Globale Entwicklung 2014: Deutschland droht soziale Ungleichheit

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Globale Entwicklung 2014: Deutschland droht soziale Ungleichheit

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Die OECD-Prognose für 2060: Die Einkommensunterschiede in Deutschland wachsen dramatisch.

Die Kluft zwischen Arm und Reich soll dramatisch wachsen. Das berichtet die OECD in ihrem Bericht über die globale Entwicklung 2014. Deutschland soll in 50 Jahren auf dem derzeitigen Niveau von Amerika sein.

Die Weltwirtschaft wird nach Ansicht der OECD in den kommenden Jahrzehnten langsamer wachsen. Das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde zwischen 2050 und 2060 nur noch durchschnittlich um 2,4 Prozent zulegen, nach rund 3,6 Prozent zwischen 2010 und 2020, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch in einer Langfristprognose für die nächsten 50 Jahre mitteilte. Hauptgründe für das geringere Wachstum sind laut Studie die Alterung der Bevölkerung in vielen OECD-Ländern und die sinkenden Wachstumsraten großer Schwellenländer. "Aber auch der Klimawandel könnte das globale BIP bis 2060 um 1,5 Prozent verringern."

Weiteres Problem - soziale Ungleichheit

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Eine weitere große Herausforderung für die OECD-Länder sei die wachsende soziale Ungleichheit. "Sollte sich die Politik im OECD-Raum nicht ändern, könnten 2060 in vielen OECD-Ländern in etwa jene Einkommensunterschiede herrschen, wie sie heute schon in den USA zu sehen sind." In keinem anderen Land ist die Kluft zwischen Arm und Reich so gewaltig. Eine ähnliche Situation könnte auch in Deutschland Realität werden.

Die zehn wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

  • Platz 10

    Unter den Top 10 der wettbewerbsfähigsten Ländern befinden sich gleich drei skandinavische Staaten. Den Anfang macht Norwegen auf Rang 10. Damit verliert das Land im Vergleich zum Vorjahr vier Plätze. Nahezu unschlagbar ist Norwegen in den Punkten gesellschaftliche Rahmenbedingung, Produktivität und Effizienz, sowie politischer Stabilität. Doch die Steuerlast und die Einkommen sind sehr hoch. Das macht es für Unternehmen in dem Land schwer, konkurrenzfähige Preise zu bieten.

  • Platz 9

    Neu vertreten unter den zehn wettbewerbsfähigsten Ländern der Welt ist Dänemark. Die Skandinavier klettern um drei Plätze nach oben. Das Land weist die geringste soziale Ungleichheit auf (Rang eins beim Gini-Index), kennt das Wort Korruption praktisch nicht (Rang eins) und hat einen äußerst flexiblen Arbeitsmarkt (Rang zwei). Auf der Negativseite steht die hohe Besteuerung von Konsumgütern (Rang 49) und dem Einkommen (Rang 59) .

  • Platz 8

    Auch die Vereinigten Arabischen Emirate verteidigen ihren Platz in den Top 10. Von Platz 16 im Jahr 2012 ging es 2013 und 2014 hoch auf Rang acht. Die Emirate gelten als der Knotenpunkt für Tourismus, Handel und Luftfahrt. Im Ranking punkten die Arabischen Emirate besonders mit den Unternehmenssteuern (Platz eins im weltweiten Vergleich), den Umsatzsteuern (Platz eins), der Einkommenssteuer (Platz eins), den Sozialversicherungsbeiträgen, der Bürokratie und dem Altersdurchschnitt der Gesellschaft. Auch beim Image, der Erfahrung und der Bereitschaft, ausländische Fachkräfte anzuheuern, kann das Land punkten. Mau sieht es dagegen mit der Beschäftigungsrate von Frauen aus.

  • Platz 7

    Kanada festigt den siebten Platz. Das Land gilt wegen seiner Facharbeiter, der politischen Stabilität, dem hohen Bildungslevel, der guten Infrastruktur und dem unternehmerfreundlichen Umfeld als besonders attraktiv für Unternehmen.

  • Platz 6

    Gleich drei Ränge nach oben geht es für Deutschland. Der positive Trend setzt sich damit fort. Berlin belegte im Jahr 2007 noch Rang 16. Besonders gut steht Deutschland unter anderem bei der Jugendarbeitslosigkeit (weltweit Rang fünf), Export (weltweit Rang drei) und der Diversifizierung der Wirtschaftstätigkeit (Rang zwei) da. Auch bei Ausbildung und Lehre (Platz eins), Fortbildungen (Platz zwei), Produktivität der Arbeitskräfte und kleinen und mittelständischen Unternehmen (jeweils Platz eins) macht Deutschland keiner etwas vor. Bei Sozialversicherungsbeiträgen (Rang 54), Arbeitsstunden (Rang 53) oder dem Ausbau von Highspeed-Breitband (Rang 53) kann Deutschland noch etwas lernen.

  • Platz 5

    Schweden kommt in dem internationalen Vergleichsranking als zweitbeste europäische Nation auf einen guten fünften Platz. 2013 hatte es zwar noch für Rang vier gereicht, dennoch ist das nordische Land optimal für den globalen Wettbewerb aufgestellt - ganz anders als etwa 2007, als das Land nur Platz 19 belegte. Besonders in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung, Management und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ist das skandinavische Land unschlagbar. Auch die Produktivität der Firmen und das Finanz-Know-How sind weltspitze.

  • Platz 4

    Um einen Platz nach unten geht es für die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong. 2012 hatte es die chinesische Metropole noch auf Platz eins geschafft. Unternehmen aus aller Welt schätzen Hongkong besonders wegen der attraktiven und wettbewerbsfähigen Besteuerung der Unternehmen, dem wirksamen Rechtssystem, der unternehmerfreundlichen Umgebung, der verlässlichen Infrastruktur und der dynamischen Wirtschaftsentwicklung. Ganz gut steht Hongkong auch bei der Höhe der Steuersätze für die Bürger, dem Bank- und Finanzsektor sowie den Direktinvestitionen da.

  • Platz 3

    Vom fünften auf den dritte Platz geht in diesem Jahr für Singapur. Das asiatische Land wird von Unternehmen wegen seiner kompetenten Regierung, der verlässlichen Infrastruktur, dem wirksamen Rechtssystem und dem stabilen politischen System sowie seiner Unternehmerfreundlichkeit geschätzt.

  • Platz 2

    Der zweite Platz geht - wie im Vorjahr - an die Schweiz. Der kleine Alpenstaat mit seinen nur rund acht Millionen Einwohnern punktet besonders mit sehr gut ausgebildeten Fachkräften und hohen wissenschaftlichen Standards. Unternehmen aus aller Welt schätzen die politische Stabilität in der Schweiz genauso wie die gut ausgebildeten Arbeitskräfte vor Ort, die hohe Bildung, die herrschenden Steuersätze und die verlässliche Infrastruktur.

  • Platz 1

    Die wirtschaftlich stärkste und wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Welt sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Zu diesem Ergebnis kommt das IMD World Competitiveness Center in seiner aktuellen Vergleichsstudie. Demnach punktet die US-Amerikaner mit einer dynamische Wirtschaft, qualifizierten Arbeitskräften, den guten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten, sowie den starken Fokus auf Forschung und Entwicklung.

Für ihre Berechnungen betrachten die Ökonomen die zehn Prozent der Verdiener mit dem höchsten Einkommen und die zehn Prozent der Verdiener mit dem geringsten Einkommen. Bereits jetzt ist in Deutschland ein deutlicher Unterschied erkennbar. Die zehn Prozent mit dem höchsten Einkommen verdienen rund dreimal soviel wie die untersten zehn Prozent. Damit liegt Deutschland im Mittelfeld der 29 untersuchten OECD-Länder, berichtet die Welt. Sollte sich das Szenario für 2060 allerdings verwirklichen, würde Deutschland seinen Platz verlieren.

Nicht nur die Kluft in Deutschland wäre dann größer, auch die Einkommensunterschiede in den USA würden zunehmen. Spitzenreiter im Jahr 2060 ist trotzdem nicht mehr Amerika, sondern Israel. Damit tauschen die beiden Länder ihren Platz. Die übrigen Länder, die aktuell die vorderen Plätze belegen, werden auch in 50 Jahren Spitzenreiter sein. Dazu zählen die USA, Israel, Chile, Südkorea und Ungarn, berichtet die Welt. In Finnland, Schweden, Norwegen, Belgien und Italien wird es die geringsten Unterschiede geben.

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Grund: technologischer Fortschritt

Als einen Grund für den immer größer werdenden Gehaltsunterschied nennt die OECD den technologischen Fortschritt. Durch die schnelle Entwicklung unserer Zeit werden immer mehr gut ausgebildete und hoch qualifizierte Arbeitskräfte gesucht. Durch die steigende Nachfrage und die gleichzeitig schrumpfende Bevölkerung werden die Gehälter immer höher. Gleichzeitig sinkt das Einkommen derer, die "einfache" Arbeit verrichten. Sie werden zunehmend durch Maschinen ersetzt. Dennoch soll die Prognose der OECD nicht die Welt in 50 Jahren porträtieren, sondern viel mehr zeigen, was sein könnte, wenn die Politik nichts ändert.

Mit Material von Reuters

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