Grand Canyon und Co: Geldnot öffnet US-Nationalparks für Konzerne

Grand Canyon und Co: Geldnot öffnet US-Nationalparks für Konzerne

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Grand Canyon: Geldnot öffnet US-Nationalparks für Konzerne

Nationalparks sind der Stolz Amerikas. Doch der Spaß kostet viel Geld und die USA sind hoch verschuldet. Deshalb öffnen sich die Parks für Unternehmen. Heißt es bald „Pepsi presents Yosemite“?

Yellowstone, Yosemite, Grand Canyon oder Smoky Mountains - auf kaum etwas sind die Amerikaner so stolz wie auf ihre Nationalparks. Hunderte Millionen Besucher erfreuen sich an den Sehenswürdigkeiten. Doch die Instandhaltung der Naturattraktionen verschlingt Milliarden Dollar an Steuergeld und trotzdem sind viele von ihnen dringend renovierungs- und reparaturbedürftig. Zum hundertsten Jubiläum des National Park Service (NPS) am morgigen Donnerstag wird kontrovers debattiert, wie der Finanzbedarf gedeckt werden kann.

Die Betreiber sehen die Parks als Konjunkturmotor und hätten gerne mehr Mittel aus Washington. Doch der US-Staatshaushalt ist klamm. Deshalb will man neue Einnahmequellen auftun - und schielt auf die Privatwirtschaft. Das sorgt für viel Diskussionsstoff. „Yosemite, gesponsert von Starbucks?“, fragte die „Washington Post“ bereits provokativ. Die Befürchtung: Durch Partnerschaften mit privaten Geldgebern könnte das Naturerbe von Unternehmen vereinnahmt werden.

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„Seit Jahren ist die Finanzierung ungenügend“, klagt Theresa Pierno, die Geschäftsführerin der National Parks Conservation Association (NPCA), die sich dem Schutz der Parks verschrieben hat. Trotz ihrer unschätzbar wichtigen Funktion, die Geschichte Amerikas zu bewahren und zu erzählen, seien die Parks gezwungen, aus wenigen Mitteln immer mehr zu machen. Pierno beziffert die aufgeschobenen Investitionen, die für Reparaturen nötig sind, auf fast zwölf Milliarden Dollar.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

  • Goldnachfrage

    Die gesamte Goldnachfrage im zweiten Quartal 2014 betrug 963.8 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q2'13: 1,148.3) gefallen.

    Quelle: World Gold Council

  • Schmucknachfrage

    Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im zweiten Quartal 2014 insgesamt 509.6 Tonnen und ist damit um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q2'13: 726.7) gefallen.

  • Industrienachfrage

    Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im zweiten Quartal 2014 auf 101 Tonnen und blieb damit, verglichen mit den 103.8 Tonnen im zweiten Quartal 2013, nahezu unverändert.

  • Goldbarren- und Münznachfrage

    Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen im zweiten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 275.3 Tonnen. Ein Minus von 56 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q2: 627.9).

  • EFTs und ähnliche Produkte

    Dass die Gesamtnachfrage nach Gold im zweiten Quartal 2014 um 16 Prozent zurückging, ist vor allem auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen, die sich auf insgesamt auf 39.9 Tonnen beliefen. 2013 waren das im zweiten Quartal noch 402.2 Tonnen.

  • Notenbanken

    Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen 117.8 Tonnen. Dies entspricht einem Anstieg von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal (92.1 Tonnen).

  • Investment gesamt

    Die Goldnachfrage im Investment belief sich im zweiten Quartal 2014 auf 235.4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 225.7 Tonnen.

Die Nationalparks sind ein Mammut-Unterfangen, das machte NPS-Direktor Jonathan Jarvis bei den Budget-Verhandlungen im Juni deutlich: „Wir sind verantwortlich für die Verwaltung von mehr als 400 Parks (darunter 59 geschützte Nationalparks) mit mehr als 84 Morgen Land.“ Zum Vergleich: Zusammengenommen geht es um ein Gebiet von knapp 340 000 Quadratkilometern - größer als Italien - das Anlagen vom Acadia Nationalpark im Bundesstaat Maine an der US-Ostküste bis hin zu Sehenswürdigkeiten im US-Territorium Samoa im Südpazifik umfasst.

Von Eintrittsgeldern und Spenden allein können sich die Parks nicht finanzieren. Für das laufende Geschäftsjahr, das im Oktober 2015 begann, erhält der Service mit seinen 22 000 Mitarbeitern gut drei Milliarden Dollar aus dem Staatshaushalt. Darin sind wegen der Jubiläumsfeier - der National Park Service wird am Donnerstag (25. August) 100 Jahre alt - schon deutliche Zuschüsse erhalten.

Die Folgen von Dieselgate

  • Neue Entwicklungs-Policy

    Die Entwicklung der Motorsteuergeräte-Software erfolgt in Zukunft unter strikter Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips.

  • Emissionstests

    Emissionstests werden künftig grundsätzlich extern und unabhängig überprüft.

  • Real-Life-Tests

    Die Prüfstandswerte sollen stichprobenartig mit Real-Life-Test zur Emissionseinhaltung auf der Straße überprüft werden.

  • Vorstandspersonalien

    Seit Beginn des Jahres 2015 sind 6 von 10 Vorstandsposten neu besetzt worden. Zudem wurden neue Posten außerhalb des Vorstands – etwa der des Chefstrategen oder Leiter der Digitalisierung – geschaffen.

  • Markenchefs

    Sieben von dreizehn Markenchefs inklusive der Konzernspitze wurden im Laufe des Jahres 2015 ausgetauscht.

Jarvis müht sich, die Summe ins Verhältnis zu setzen: „Das Jahresbudget ist geringer als das von Austin“, erklärte er den Politikern in Washington. Austin ist die an Einwohnern gemessen viertgrößte Stadt von Texas.

Zudem sei das Geld gut angelegt, so Jarvis: „Wir sehen rekordhohe Besucherzahlen - mehr als 300 Millionen kamen im letzten Jahr.“ Laut NPS-Angaben sind die Parks enorme Konjunkturmotoren. 2015 seien die Ausgaben der Besucher auf 16,9 Milliarden Dollar geklettert. Sie hätten fast 300 000 Jobs und Einkommen über elf Milliarden Dollar in den umliegenden Regionen gefördert und so insgesamt 32 Milliarden Dollar an Wirtschaftsleistung zum US-Wachstum beigesteuert. Washington will trotzdem lieber alternative Geldquellen anzapfen als mehr Steuergeld aufzuwenden. Die USA haben Staatsschulden von mehr als 19 Billionen Dollar.

Was ein Freihandelsabkommen zwischen EU und USA bringt

  • Was bringt ein Freihandelsabkommen?

    Die Zölle zwischen den USA und den EU sind bereits niedrig. Sie liegen im Schnitt zwischen fünf und sieben Prozent, sagt der deutsche Außenhandelsverband BGA. Da jedoch jährlich Waren im Wert von mehr als einer halben Billion Euro über den Atlantik hin- und herbewegt werden, kann die Wirtschaft Milliarden sparen. Europäische Chemieunternehmen haben 2010 für Exporte in die Vereinigten Staaten fast 700 Millionen Euro in die US-Staatskasse gezahlt. Umgekehrt führten die USA gut eine Milliarde Euro nach Brüssel ab. Wirtschaftsverbände erwarten durch den Fall der Zollschranken weniger Bürokratie für mittelständische Unternehmen und mehr Geld für Investitionen, etwa in Forschung und Entwicklung.

  • Wie könnte Deutschland profitieren?

    Die deutsche Wirtschaft verspricht sich Impulse in Milliardenhöhe. "Das Freihandelsabkommen könnte unsere Exporte in die Vereinigten Staaten um jährlich drei bis fünf Milliarden Euro erhöhen", sagt der Außenhandelschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (AmCham) rechnet mit einem zusätzlichen Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von 1,5 Prozent. Viele Unternehmen hoffen zudem darauf, einen besseren Zugang zu öffentlichen Aufträgen in den USA zu bekommen.

  • Welche Streitfragen drohen?

    Fast unlösbar scheinen die unterschiedlichen Auffassungen zwischen den USA und der EU in Fragen der Landwirtschaft. "Für die Amerikaner sind Hormonfleisch und Genmais kein Problem, für Europäer ist das dagegen ein 'No-Go'", sagt der Geschäftsführer des Außenhandelsverbandes BGA, Jens Nagel. "Da kann man sich auch nicht in der Mitte treffen." Die Handelskammer AmCham empfiehlt daher, dass Thema außen vor zu lassen. "Das Thema Agrar würde die Gespräche nur belasten", sagt AmCham-Ehren-Präsident Fred Irwin. "Deshalb wäre es gut, das beiseite zu schieben."

  • Wo gibt es noch Knackpunkte?

    Bei der Angleichung technischer Standards. "Das fängt bei der Länge der Stoßstangen an und hört beim Krümmungswinkel des Rückspiegels auf", sagt BGA-Experte Nagel. "Hier gibt es seit Jahrzehnten unterschiedliche Standards, die sich nicht in wenigen Jahren angleichen lassen." Die Chemieindustrie fordert, vor allem Umwelt-, Verbraucher- und Gesundheitsschutz stärker aufeinander abzustimmen.

  • Wie werden China und Co. reagieren?

    Die deutschen Exporteure warnen davor, aus dem Freihandelsabkommen eine Art Wirtschafts-Nato zulasten anderer Handelspartner zu schmieden. "Uns stört das Gerede um eine Wirtschafts-Nato", sagte der Geschäftsführer des Außenhandelsverbandes BGA, Jens Nagel. "Ein Freihandelsabkommen ist nicht dazu da, sich gegen Dritte abzuschotten nach dem Motto 'Jetzt verbünden wir uns gegen die bösen Chinesen'." In der Politik wird das zum Teil genau andersherum gesehen. "Es bleibt nur noch wenig Zeit, gemeinsam mit den USA Standards zu prägen, bevor Wachstumsmärkte wie China und Indien den Takt angeben", sagte der Geschäftsführer des CDU-Wirtschaftsrats, Thomas Raabe.

  • Was haben die Verbraucher davon?

    Sie können Produkte billiger einkaufen, verspricht beispielsweise der Verband der Automobilindustrie (VDA). "Das würde auch die Kosten eines Autos für den Verbraucher senken", sagt VDA-Präsident Matthias Wissmann. Auch andere Branchen können mit einer Kostensenkung rechnen. Ob sie den Vorteil an ihre Kunden weitergeben oder den eigenen Gewinn damit steigern, bleibt ihnen überlassen. Produkte können außerdem schneller erhältlich sein, wenn sie einheitlich zugelassen werden - etwa wenn die US-Aufsicht FDA ein neues Medikament freigibt, das damit automatischen die Zulassung in den EU erhält. (Quelle: Reuters)

Deshalb wurde ein alter Plan aus der Schublade gezogen, der durch „philanthropische Partnerschaften“ Sponsoring der Privatwirtschaft zulässt. Das heißt zwar nicht gleich, dass Yellowstone oder Grand Canyon - nach dem Vorbild von Sportstadien oder anderen öffentlichen Einrichtungen - gegen gewisse Entgelte in Coca-Cola oder McDonald's Nationalpark umbenannt werden können. Aber es ist ein erster Schritt in diese Richtung. Die Namen von Spendern - auch von Unternehmen - dürfen künftig etwa Fahrzeuge oder Sitzbänke in den Parks zieren.

Diese Art der Kommerzialisierung gefällt nicht jedem. „Der National Park Service ist bereit, aggressiv nach Sponsoring zu suchen und sein Personal als Geldbeschaffer auszunutzen“, kritisiert die Organisation PEER, eine Vereinigung öffentlicher Angestellter, die sich für Umweltschutz einsetzen. Der Plan stelle einen beispiellosen Schritt in die Abhängigkeit von Unternehmen dar, meint PEER-Direktor Jeff Ruch. Mit der Zulassung von Produktplatzierungen liefere man sich dem Einfluss der Privatwirtschaft aus und billige, dass NPS-Entscheider sich zu Günstlingen der Konzerne machen ließen.

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