Grenfell Tower: Labour-Partei fordert Aufklärung

Grenfell Tower: Labour-Partei fordert Aufklärung

, aktualisiert 18. Juni 2017, 15:29 Uhr
Bild vergrößern

An einer Gedenkstätte haben Bürger ein Schild mit der Aufschrift „Gerechtigkeit für Grenfell“ aufgestellt. Viele kritisieren laxe Sicherheitsvorkehrungen in dem Hochhaus.

Quelle:Handelsblatt Online

Noch ist unklar, was das Flammeninferno im Londoner Grenfell Tower auslöste. Die Opposition fordert aber bereits eine penible Sicherung aller Dokumente. Einige Organisationen könnten „Blut an den Händen“ haben.

LondonNach dem verheerenden Hochhausbrand in London hat die britische Opposition die Sicherung aller Unterlagen zu dem Bau gefordert. Der Labour-Abgeordnete David Lammy erklärte am Sonntag, die Regierung und die Polizei müssten sofort alle Dokumente beschlagnahmen. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. Das Inferno kostete am Mittwoch mindestens 58 Menschen das Leben.

„Die Premierministerin muss umgehend handeln, damit alle Beweise gesichert werden“, erklärte Lammy. Das betreffe alle schriftlichen Unterlagen, aber auch E-Mails, die Korrespondenz mit den Bauunternehmen, Sicherheitsprüfungen und technische Vorgaben. „Wenn die Wahrheit über diese Tragödie ans Licht kommt, werden wir vielleicht feststellen, dass einige Organisationen Blut an den Händen haben“, sagte Lammy.

Anzeige

Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass sich die Flammen über die Fassadendämmung so rasch ausbreiten konnten. Der 24 Stockwerke hohe Grenfell Tower wurde erst im vergangenen Jahr renoviert. Schatzkanzler Philip Hammond erklärte am Sonntag, er glaube, dass das brennbare Dämmmaterial in Großbritannien gar nicht zugelassen sei.

Premierministerin Theresa May kündigte an, die Hilfe für die Überlebenden vor Ort solle verstärkt werden. Mehr Mitarbeiter sollten in der Gegend unterwegs sein, um den Menschen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, sagte sie nach einem Treffen mit ehemaligen Bewohnern des Hochhauses am Samstag.

Mietern, „die nur mit den Kleidern, die sie am Leib trugen“ entkamen, stelle ihre Regierung insgesamt fünf Millionen Pfund (5,7 Millionen Euro) zur Verfügung, teilte May mit. Zu dem Hilfspaket gehöre auch eine Garantie, in der Nähe ihres bisherigen Wohnorts eine neue Bleibe zu bekommen. „Wir werden weiterhin prüfen, was noch mehr getan werden muss“, sagte sie.

Die britischen Gesundheitsbehörden werden den Angehörigen der Todesopfer langfristige Hilfe anbieten. Bisher erhalten 52 Familie eine Unterstützung dieser Art, die ihnen helfen soll, den Verlust von Angehörigen zu verarbeiten. May hat außerdem angekündigt, sich ständig über die Hilfsleistungen für die Betroffenen informieren zu lassen. Dabei geht es auch darum, rasch neue Wohnungen für die nun Obdachlosen zu finden, die vorerst in Notunterkünften und Hotels untergebracht sind.

Der Labour-Vorsitzende Jeremy Corbyn forderte am Sonntag, die Regierung müsse den Menschen leerstehende Wohnungen und Häuser zur Verfügung stellen. Notfalls müssten die Immobilien zwangsverkauft oder beschlagnahmt werden, sagte er dem Fernsehsender ITV. Die Polizei rechnet damit, dass die Zahl der Todesopfer in den kommenden Tagen weiter steigen wird. Die Identifizierung der Toten werde wohl noch länger in Anspruch nehmen.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%