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Griechenland: Common Bond? No!

von Malte Fischer

Die EU hat Griechenland finanzpolitisch unter Kuratel gestellt. Jetzt fordern die Griechen, die EU solle ihnen durch eine Gemeinschaftsanleihe helfen. Das ist eine ganz schlechte Idee.

WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer Quelle: Frank Schemmann für WirtschaftsWoche
WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer Quelle: Frank Schemmann für WirtschaftsWoche

Anfang vergangener Woche war es so weit.

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Zum ersten Mal seit Bestehen der Währungsunion hat die EU-Kommission ein Mitgliedsland unter haushaltspolitische Aufsicht gestellt. Wegen seiner ausufernden Schulden muss sich Griechenland einem harten Sparkurs unterwerfen und sein Defizit von 12,7 Prozent im vergangenen Jahr bis 2012 unter den Maastrichter Referenzwert von 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken.

Sollte Griechenland gegen die Sparauflagen verstoßen, kann die EU Bußgelder verhängen oder die Auszahlung von EU-Mitteln stoppen.

Für Griechenland kommt das einer wirtschaftspolitischen Entziehungskur gleich.

Ähnlich einem Drogensüchtigen windet sich die Regierung und späht nach einer Ersatzdroge. Die, so glaubt man in Athen, könnte in einer Gemeinschaftsanleihe (Common Bond) bestehen. Dabei handelt es sich um eine Anleihe, die von mehreren Ländern des Euro-Raums gemeinsam emittiert und garantiert wird.

In der vergangenen Woche ließ Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantinou wissen, der Euro-Raum habe eine Pflicht, Griechenland zu helfen. Die Emission eines Common Bond sei deshalb eine gute Idee.

Was für Griechenland ein perfekter Deal zu sein scheint, wäre für den Rest der Euro-Zone der GAU

Weil Schuldner mit guter Bonität wie Deutschland mit Schuldenkaspern wie Griechenland gemeinsam ins Obligo gingen, würde sich für den Common Bond ein Zinssatz über demjenigen für Bundesanleihen und unter demjenigen für griechische Staatsanleihen bilden.

Deutsche Steuerzahler müssten also höhere Zinsen zahlen und so einen Teil der Kosten für das höhere Ausfallrisiko Griechenlands tragen. Die steigenden Zinsausgaben belasteten den deutschen Staatshaushalt und schmälerten so die Bonität Deutschlands als Schuldner am internationalen Kapitalmarkt.

Am Ende des Tages müsste Deutschland dann auch für eigene Staatsanleihen höhere Zinsen zahlen.

Hinzu kommt, dass die Zeichnerstaaten des Common Bond – anders als bei der Vergabe bilateraler Kredite – keine Möglichkeit haben, den Mittelzufluss an Griechenland daran zu knüpfen, dass die Regierung Reformen umsetzt.

Der größte Nachteil aber wäre, dass ein Common Bond den Sanktionsmechanismus des Marktes in Form höherer Zinsen für unsolide Länder außer Kraft setzte.

Das wäre fatal, zumal der im Europäischen Stabilitätspakt angelegte Sanktionsmechanismus ohnehin aufgeweicht wurde.

Kommt die Gemeinschaftsanleihe, droht aus der Währungsunion binnen weniger Jahr eine Schulden- und Inflationsunion zu werden.

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11 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.02.2010, 15:59 UhrAnonymer Benutzer: Hirschwald

    Ossitrampel von Griechenland über den Tisch gezogen?

    Warum soll Trottel-Deutschland für die Schulden Griechenlands gerade stehen?

    in Griechenland gilt: im Falle eines Staatsbankrotts - oder einer halbwegs geordneten Schuldenrestrukturierung - prellt man ja vor allem ausländische Anleger, nicht heimische Wahlbürger. Warum soll man selbst sparen, bloß damit jemand anderswo sein Geld zurück bekommt? Populistische Politiker und Gewerkschaften können mit diesem Thema trefflich spielen. Griechen haben den höchsten durchschnittlichen Lebensstandart in Europa weil sie kein Steuern zahlen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Familie Hirschwald

  • 10.02.2010, 16:29 UhrAnonymer Benutzer: Till Wollheim

    So eine Sauererei - die Griechen haben den höchsten durchschnittlichen Lebensstandart in Europa weil sie kein Steuern zahlen. Jeder Grieche lebt in einer Eigentumswohnung - in deutschland nur 45 %. Das Land ist hoch korrupt, faul und schlampert - siehe z. b. die regelmäßigen Fährentetst. Auf den Autobahnen, die wir ihnen bauten, fährt man auf der Standspur und auf den Landesstraßen will mit aller Gewalt bei Gegenverkehr überholen. Das Licht schaltet man erst an, wenn man nichts mehr sieht.
    Sicherheitsdenken unbekannt - herausstehende scharfe teile an Treppen, kein Treppengeländer, kein Schutzgitter an Schwimmbadpumpen. Und nun sollen wir für diese von der Sommerhitze ausgedörrten Hirne der Faulpelze bezahlen?? Gut im Sommer kann man dort tatsächlich nicht arbeiten - aber z. b. die Chinesen haben es klimatisch noch viel schwerer und die schaffen auch!
    Till

  • 10.02.2010, 09:51 UhrAnonymer Benutzer: Herero

    Eigentlich gibt es nur noch die Möglichkeit der Leistungsverweigerung. Warum sich abzocken lassen?
    Deutschland war (!) Eyxportweltmeister, aber der Schuß geht nach hinten los. Verkauft wurde auf Kredit. Niemals werden Staaten wie der Club Med oder Gb die Schulden zurückzahlen können. Womit denn auch? in den USA wurden die Deutschen schon betrogen. bezahlt wurde mit wertlosen Papier.
    Der deutsche Michel ist der Dumme. Jetzt darf er auch noch die Schulden der anderen mittragen. Und das Schönste kommt noch: Unsere Politik macht weiter als wäre nichts gewesen!

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