Griechenland: Der nächste Papa ante Portas

Griechenland: Der nächste Papa ante Portas

, aktualisiert 07. November 2011, 13:10 Uhr
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Quelle:Handelsblatt Online

Der Finanzexperte Lucas Papademos soll Chef der griechischen Übergangsregierung werden. Als früherer EZB-Vizechef kann er sofort die Umsetzung der EU-Beschlüsse zur Rettung des Landes beginnen. Einfach wird das nicht.

AthenDer frühere EZB-Vizepräsident Lucas Papademos ist Medienberichten zufolge Favorit für die Nachfolge des scheidenden griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou. Papademos werde schon am Dienstag das Amt übernehmen, berichtete die Tageszeitung „Ta Nea“. Auch der Tageszeitung „Ethnos“ zufolge deuten „alle Quellen“ auf Papademos hin.
Der Ökonom war von 1994 und 2002 Chef der griechischen Zentralbank. Während seiner Amtszeit gelang es, die vergleichsweise hohe Inflation in Griechenland in den Griff zu bekommen. Er wurde 2002 Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB), aus dem er Ende 2010 turnusgemäß ausschied. Zuletzt zählte er jedoch auch zu den Berater von Papandreou.

Ministerpräsident Papandreou hatte am Sonntagabend angekündigt, Platz für eine Übergangsregierung zu machen, die eine Zahlungsunfähigkeit des hoch verschuldeten Euro-Lands abwenden soll. Das neue Kabinett soll spätestens am Montagabend stehen. Dann wird auch die abgehende Regierung des Sozialisten Papandreou zurücktreten.

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Die neue Regierung wird das Land voraussichtlich bis Februar führen. Danach sollen Neuwahlen stattfinden. „Wahrscheinlichstes Datum ist der 19. Februar“, sagte Finanzminister Evangelos Venizelos am frühen Montagmorgen. Der noch amtierende Finanzminister wird Griechenland bei der (heutigen) Tagung der Eurogruppe in Brüssel vertreten.

Die griechische Presse reagierte erleichtert: „Endlich! Der erste Schritt für die Rettung des Landes wurde gemacht“, lautete der Tenor in der Athener Zeitung „Ta Nea“. „Sie sitzen im gleichen Boot für noch härtere Maßnahmen“ prophezeite die linksliberale „Eleftherotypia“.

„Historisches Abkommen der nationalen Einheit“, titelte das Boulevardblatt „Ethnos“. Viele Kommentatoren hoffen, dass diese Regierung nicht auf die Wahlen im kommenden Februar schaut, sondern sich wirklich um die Probleme des Landes kümmert.

Die Übergangsregierung soll mit breiter Mehrheit im Parlament Anti-Krisenmaßnahmen zur Abwendung eines Staatsbankrotts durchsetzen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass das Land von den internationalen Geldgebern mit frischem Kapital versorgt wird. Sonst könnte Athen schon im Dezember die Zahlungsunfähigkeit drohen. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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