Griechenland: Gespräche über Anleihetausch gehen voran

Griechenland: Gespräche über Anleihetausch gehen voran

, aktualisiert 15. November 2011, 16:52 Uhr
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Die Akropolis in Athen. Die neue Regierung in Griechenland bringt Gespräche über Anleihetausch voran.

Quelle:Handelsblatt Online

Insiderberichten zufolge sollen am Donnerstag Verhandlungen über einen Schuldenschnitt Griechenlands beginnen. Für einen Anleihetausch liegen bereits verschiedene Modelle auf dem Tisch.

AthenNach dem Regierungswechsel bringt Griechenland noch in dieser Woche die Verhandlungen über die im Oktober vereinbarte Privatbeteiligung am nächsten Hilfspaket auf den Weg. Zusammen mit EU-Vertretern sollen am Donnerstag in Frankfurt Gespräche über den mit dem internationalen Bankenverband IIF ausgehandelten Schuldenerlass beginnen, sagte ein mit den Vorgängen vertrauter Vertreter am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

„Ziel ist, schnell ein Ergebnis über ein endgültiges Angebot zu erreichen, das dann privaten Anleihebesitzern unterbreitet wird“, hieß es in Kreisen einer großen griechischen Bank. Hauptaufgabe sei dabei, ausländische Kreditinstitute zu überzeugen, die rund zwei Drittel der Anleihen hielten.

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Auf Seiten des IIF nehmen Verbandspräsident und Deutsche-Bank -Chef Josef Ackermann und Geschäftsführer Charles Dallara teil, wie es unter den Insidern weiter hieß. Ein zweites Treffen solle folgen; Vorgespräche gebe es möglicherweise bereits am Mittwoch. Früheren Angaben zufolge sollen die Details der Privatbeteiligung am zweiten internationalen Rettungspaket für Griechenland bis Ende des Jahres stehen. Geplant ist, die Schuldenlast der Regierung in Athen damit bis 2020 um 100 Milliarden Euro zu reduzieren.

Private Gläubiger sollen auf die Hälfte ihrer Forderungen verzichten. Die neue Übergangsregierung Griechenlands stellt sich am Mittwoch einer Vertrauensabstimmung im Parlament. Die an der Koalition nun beteiligten Konservativen wollen die Auflagen mit den internationalen Geldgebern neu verhandeln. Dagegen pocht die EU darauf, dass das neue Kabinett die bereits vereinbarten Reformzusagen schriftlich bekräftigt.


Verschiedene Optionen im Gespräch

Der neue griechische Ministerpräsident Lukas Papademos hatte am Montag angekündigt, den Beginn der Gespräche über den Anleihetausch bald bekanntzugeben. Die Zeitung „Kathimerini“ berichtete am Dienstag ohne Angabe von Quellen, die Regierung in Athen werde privaten Gläubigern abhängig von der Laufzeit einer Anleihe für 100 Euro eine Barauszahlung zwischen zehn und 20 Euro vorschlagen.

Zusätzlich sollten die Kreditgeber für 30 bis 40 Euro neue Anleihen mit einer Laufzeit zwischen 20 und 30 Jahren und einer Rendite von durchschnittlich sechs Prozent erhalten.

Die durch den internationalen Bankenverband vertretenen Kreditinstitute würden dem Bericht zufolge einen Schuldenschnitt von 50 Prozent für Anleihen im Nennwert von 141 Milliarden Euro vorschlagen. Der Rest solle gegen Anleihen mit einer Laufzeit von 22 Jahren getauscht werden, die durch den Rettungsfonds EFSF garantiert sind.

Ein alternativer Vorschlag des Bankenverbandes sehe einen Schuldenschnitt von 37 Prozent für Anleihen von 65 Milliarden Euro vor, berichtete „Kathimerini“ weiter. Die übrigen Schulden würden dann gegen Anleihen mit einer Laufzeit von 15 Jahren getauscht sowie einer etwas höheren Verzinsung.

Quelle:  Handelsblatt Online
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