Griechenland-Gipfel: Euro profitiert von Rettungspaket

Griechenland-Gipfel: Euro profitiert von Rettungspaket

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt die Ergebnisse des Euro-Sondergipfels in Brüssel vor

Die Brüsseler Einigung auf ein neues Griechenland-Paket hat den Euro auf den höchsten Stand seit zwei Wochen gehievt. Die Reaktionen in Politik und Wirtschaft fallen positiv aus, aber es gibt auch Kritik.

Die Brüsseler Einigung auf ein neues Griechenland-Paket hat den Euro auf den höchsten Stand seit zwei Wochen gehievt. Die Gemeinschaftswährung legte auf bis zu 1,4423 Dollar zu, tendierte im frühen europäischen Handel dann aber wieder etwas niedriger bei 1,4396 Dollar. Zum Yen notierte die europäische Devise wenig verändert bei 113,12 Yen, zum Schweizer Franken kletterte sie auf 1,1791 Franken.

„Das Rettungspaket hat es für Spekulanten schwieriger gemacht, den Euro zu attackieren“, sagte ein Händler. Allerdings seien die Beschlüsse vage geblieben, was das Volumen der zusätzlichen Hilfen angehe. Das sei ein wunder Punkt. „Europa hat nach einiger Zeit einen großen Wurf gelandet, wogegen die USA noch immer im Schuldensumpf stecken“, sagte ein Händler einer japanischen Bank. Deshalb stehe der Dollar nun unter Druck.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die auf dem Brüsseler Euro-Sondergipfel beschlossene Griechenland-Hilfe gelobt. „Europa hat sich handlungsfähig gezeigt. Was wir Deutschen für einen stabilen Euro aufwenden, bekommen wir um ein Vielfaches zurück“, zitierte Regierungssprecher Steffen Seibert die CDU-Vorsitzende in einer Mitteilung.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich erleichtert über das Ergebnis. „Europa hat sich behauptet und als handlungsfähig erwiesen“, sagte heute Morgen in Kabul. Aber jetzt gehe die eigentliche Arbeit erst richtig los. Das bedeute Haushaltsdisziplin in den EU-Mitgliedsstaaten und eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit für Europa. Spitzenpolitiker der Opposition kritisierten dagegen die Gipfel-Beschlüsse.

Wieder Kredite

Griechenland benötige einen „echten Schuldenschnitt“, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel im ZDF-„heute journal“. „Was sie jetzt machen, längere Laufzeiten und niedrigere Zinsen wird nur bedeuten, dass wir wieder Kredite ermöglichen. Aber es wird nichts daran ändern, dass die Griechen nicht in der Lage sind, diesen gigantischen Schuldenberg abzutragen.“ Der Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, kritisierte im ZDF die vorgesehene freiwillige Beteiligung der Banken an der Griechenland-Rettung. „Dort bräuchten wir eine eindeutige gesetzliche Regelung, dass der Bankensektor, dass die, die bisher an diesem ganzen Monopolyspiel verdient haben, wirklich zur Zahlung verpflichtet werden.“

Der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, hält die vereinbarte Umschuldung griechischer Anleihen für nicht ausreichend. „Eine weitergehende Entschuldung um 50 Prozent wäre für Griechenland sicher besser gewesen“, sagte der Chef des Sachverständigenrats der „Rheinischen Post“. Banken und Fonds werden zur Griechenland-Rettung bis 2019 „schätzungsweise 106 Milliarden Euro“ beitragen. So steht es in der Abschlusserklärung des Euro-Sondergipfels vom Donnerstag. Bis zum Jahr 2014 werde der Nettobeitrag der Privatwirtschaft bei 37 Milliarden Euro liegen, heißt es in dem Dokument.

Banken und Versicherungen sehen ihren freiwilligen Beitrag an dem neuen Hilfspaket für Griechenland als Opfer. „Ja, das trifft uns hart“, sagte Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann am Rande des Euro-Krisengipfels in Brüssel in einem Interview des ZDF. Ackermann hatte als Vorsitzender des internationalen Bankenverbands IIF an dem Treffen teilgenommen. Die Abschreibungen, die die Banken auf griechische Positionen vornehmen, belaufen sich nach seinen Worten auf 21 Prozent. Der Bankchef sprach von einem guten Kompromiss zwischen den Interessen Griechenlands, des Steuerzahlers und der Investoren. Dies reduziere die Gefahr einer Ausbreitung der Schuldenkrise auf weitere Länder: „Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass wir einen ganz wichtigen Schritt gemacht haben, indem wir eine gute Lösung für Griechenland gefunden haben“, sagte Ackermann. „Damit sollte das griechische Problem gelöst sein.“

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