Griechenland-Hilfe: Irland schert aus Rettungsschirm aus

Griechenland-Hilfe: Irland schert aus Rettungsschirm aus

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Akropolis in Athen

von Silke Wettach

Irland verabschiedet sich aus dem Hilfspaket für Griechenland. Auf wie vielen Schultern wird die Last am Schluss verteilt?

Die Europäischen Finanzminister haben gestern ein Hilfspaket von insgesamt 85 Milliarden Euro für Irland beschlossen. Aber nicht nur das. Sie haben auch entschieden, dass Irland nachträglich aus Griechenland-Hilfe aussteigen darf. Die Iren kündigen die Solidarität auf, die sie von anderen selbst erwarten.

Von der Öffentlichkeit wurde das bisher nicht wahrgenommen. Den Politikern ist das wohl auch lieber so, denn die Entscheidung vom Dienstag wirft Fragen zum Brüsseler Krisenmanagement auf.

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Wenn die Iren aus dem Stützpaket mit einem Volumen von 80 Milliarden Euro aussteigen, dann müssen andere in die Bresche springen. Zunächst einmal löst das keine Verwerfungen aus, Irlands Anteil am Hilfspaket betrug gerade einmal 1,64 Prozent, entsprechend seiner Quote bei der Europäischen Zentralbank (EZB).

Slowakei nicht dabei

Nach dem Ausfall Irlands bei der Griechenland-Hilfe reduziert sich die Zahl der Kreditgeber ohnehin auf 13 - Griechenland selbst ist ohnehin nicht beteiligt. Die Slowakei hatte sich aus dem Kreis der Helfer gemogelt, nachdem die Regierung in Bratislava wechselte. Ministerpräsidentin Iveta Radicova hatte im Wahlkampf versprochen, sich gegen die Griechenland-Hilfe zu stellen und erhielt für die Haltung eine Mehrheit im Parlament. „Uns hat niemand geholfen“ betonte sie mit Blick auf die Reformbemühungen ihres Landes der vergangenen Jahre.

Was aber passiert, wenn weitere Länder ausfallen, weil sie sich selbst nicht mehr finanzieren können? Vermutlich dasselbe wie im Fall Irland. Und die Hilfe für Griechenland wird auf immer weniger Schultern verteilt. Der Anteil Deutschlands wird über seine EZB-Quote von 27,92 Prozent steigen.

Die Griechenland-Hilfe ist nur eine Seite.  

Als erster Hilfsbedürftiger fällt Irland auch als Kreditgeber im europäischen Rettungsschirm aus. Bei der Konzipierung der Europäischen Finanzstabiliserungsfazilität (EFSF) wurde von Anfang miteinberechnet, dass nicht alle Länder etwas beisteuern können. Das Land, das um Hilfe bittet, fällt automatisch als Geldgeber aus. Deswegen wird der EFSF auch nie die 440 Milliarden Euro auszahlen können, von denen immer die Rede ist. Angeblich wurde bei der Konzipierung sogar miteinberechnet, dass ein so großes Land wie Spanien als Kreditgeber ausfallen könnte, weil es selbst Hilfe braucht. Angeblich. Bis vor kurzem verlautete der ESFS ja immer noch, dass er gar nie in Aktion treten werde.

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