Griechenland: Immer noch kein Aufatmen

Griechenland: Immer noch kein Aufatmen

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Standard and Poor's in New York

Erst am Wochenende bewilligten die Euro-Finanzminister die Auszahlung von 8,7 Milliarden Euro. Aufatmen in Griechenland. Jetzt will die Ratingagentur Standard and Poor's die Griechen als zahlungsunfähig bewerten. Der Euro-Kurs reagiert.

Griechenland kommt nicht zur Ruhe. Gerade haben die Euro-Finanzminister die Zahlung der nächsten Tranche für das verschuldete Land beschlossen. Die Opposition stellt sich zwar immer noch gegen weitere EU-Hilfen. Trotzdem hieß es erstmal Durchatmen im krisengebeutelten Staat. Jetzt kommt die Ratingagentur Standard & Poor's und warnt vor der Laufzeitverlängerung griechischer Staatsanleihen. Der französische Restrukturierungsplan für das Land führe zum Zahlungsausfall.

Momentan versuchen die europäischen Finanzminister, die Banken zu überzeugen, griechische Schulden in Höhe von 30 Milliarden Euro per Rollover zu verlängern. Denn das auf drei Jahre angelegte zweite Rettungspaket für Griechenland, das die Eurozone plant, funktioniert nur, wenn die Banken ihre Bestände an griechischen Anleihen weiter halten.

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Längere Laufzeiten entsprechen Zwangsumschuldung

Die französische Banken, die die meisten griechischen Anleihen halten, haben für den Rollover eine Formel entwickelt. Die entspricht jedoch in den Augen von S & P einer Zwangsumschuldung, weil die Gläubiger "weniger Wert bekommen als die ursprünglichen Papiere versprachen". So heißt es in einer S&P-Mitteilung vom heutigen Montag. "Es ist unsere Ansicht, dass jede der beiden Finanzierungsoptionen, die im Vorschlag der Federation Bancaire Francaise beschrieben sind, nach unseren Kriterien wahrscheinlich einem Zahlungsausfall gleichkommen." Damit verpasst die Agentur der Hoffnung, Griechenland zügig aus dem Schuldensumpf zu ziehen, einen starken Dämpfer.

Die Agentur schrieb, dass sie dem Land den Status "Selective Default", also teilweiser Zahlungsausfalle geben werde. Die Note "D" gehe an die Anleihen, die 2011 fällig werden. Nach einem neuen Rating sollen auch alle anderen Anleihen die Note D bekommen. Das wäre besonders bitter, weil die europäische Zentralbank (EZB) keine Anleihen, die auf "D" geratet sind, als Sicherheiten bei der Refinanzierung annehmen will. Die Entscheidung ist erstaunlich, gerade da die Konkurrenz – Fitch Ratings – dem französischen Plan beinahe zugestimmt hatte.

Vergibt Standard & Poor’s tatsächlich das default-Rating, blockiert es somit die Gesundung des kranken Landes. „Irgendjemand muss dann nachgeben - entweder Deutschland oder die Ratingagenturen oder die EZB", sagte ein Analyst der Commerzbank gegenüber Bloomberg.

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