Griechenland: KfW-Chef warnt vor Insolvenz hochverschuldeter Länder

Griechenland: KfW-Chef warnt vor Insolvenz hochverschuldeter Länder

von Cornelius Welp und Cordula Tutt

Der Chef der staatlichen KfW Bankengruppe, Ulrich Schröder, warnt eindringlich vor den Folgen einer Insolvenz Griechenlands oder anderer hochverschuldeter Staaten.

Wenn sich die Qualität der Vermögenswerte der Banken "dramatisch verschlechtert, etwa durch Zahlungsausfälle von Staaten", sagte er der WirtschaftsWoche, "dann wäre die Lage noch gefährlicher als 2008, weil die Staaten die Banken kaum noch einmal retten könnten".

Nach Meinung Schröders befinden sich die Banken zurzeit nicht in der Liquiditäts-, sondern in einer "Refinanzierungskrise", hinter der Zweifel an der Qualität der Vermögenswerte der Banken stünden. Du "die werden durch die Staatsschuldenkrise bestimmt", so Schröder.

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Schröder erwartet deshalb, dass die KfW für die Banken insbesondere bei der Nachfrage nach langfristigen Krediten einspringen muss. "Langfristige Finanzierungen bleiben für Geschäftsbanken schwierig, das Vertrauen wird kaum mit einem Schlag zurückkehren. Unsere Aktivitäten werden sich deshalb wahrscheinlich auf hohem Niveau stabilisieren."

KfW stockt Fördermittel für Energiewende massiv auf

Die KfW will die Energiewende der Bundesregierung weit stärker unterstützen als bisher bekannt. „Die KfW wird für Investitionen in die Energiewende in den nächsten fünf Jahren insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro zur Verfügung stellen“, kündigte Schröder im Gespräch mit der WirtschaftsWoche an. Da langfristige Finanzierungen für Geschäftsdanken schwierig zu stemmen seien, komme der KfW eine „ganz entscheidende Rolle zu.“

Schröder kündigte gegenüber der WirtschaftsWoche mehrere neue Förderprogramme an. So werde die KfW ab Januar „alle Vorhaben, mit denen Unternehmen ihre Energieeffizienz verbessern, in einem Programm bündeln.“ Die Unternehmen könnten dann Förderkredite bis zu 23 Millionen Euro erhalten.

Zudem werde die Förderbank Stadtwerke über ein Programm für kommunale Unternehmen stärker unterstützen. Für Vorhaben im Energiebereich sei die bisherige Grenze von 25 Millionen Euro oft zu wenig. „Deshalb werden wir den Höchstbetrag auf 50 Millionen aufstocken“, sagte Schröder. Gefördert würden daraus Effizienzprojekte, der Ausbau der Netz- und Speicherkapazitäten sowie der Bau effizienter Gaskraftwerke. Der KfW-Chef rechnet auch mit einer steigenden Nachfrage bei einem 5-Milliarden-Programm für Offshore-Windkraftanlagen und bei Energiesparmaßnahmen in Wohnhäusern.

Das Geschäftsvolumen der KfW solle durch die zusätzlichen Programme nicht weiter wachsen. „Unsere Aktivitäten werden sich auf hohem Niveau stabilisieren“, sagte Schröder. In diesem Jahr werde die Bank Förderkredite in Höhe von etwa 75 Milliarden Euro zusagen. Künftig werde sich das Institut stärker auf relevante Förderaufgaben konzentrieren und dafür andere Aktivitäten reduzieren. Die KfW hat bereits die zweckungebundene Finanzierung von Kommunen eingestellt. Zudem werde die Förderbank aus der allgemeinen Bankenrefinanzierung aussteigen und künftig keine Globaldarlehen mehr vergeben.

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