Griechenland: Küstenwache schießt auf türkisches Frachtschiff

Griechenland: Küstenwache schießt auf türkisches Frachtschiff

, aktualisiert 03. Juli 2017, 21:27 Uhr
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Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls befand sich der verdächtige Frachter innerhalb der griechischen Hoheitsgewässer etwa drei Seemeilen vor der Insel Rhodos.

Quelle:Handelsblatt Online

Die griechische Küstenwache sucht in der Ägäis nach Drogen. Als sie einen türkischen Frachter kontrollieren will, hält der Kapitän nicht an. Schüsse fallen - der Frachter entkommt. Die Türkei kritisiert die Warnschüsse.

Istanbul/PiräusDie griechische Küstenwache hat vor der Insel Rhodos Warnschüsse abgegeben und dabei ein türkisches Frachtschiff getroffen. Das Schiff „ACT“ konnte trotz der Schüsse entkommen. „Wir hatten Informationen, dass der Frachter Drogen transportierte“, sagte eine Sprecherin der griechischen Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls befand sich der verdächtige Frachter innerhalb der griechischen Hoheitsgewässer etwa drei Seemeilen vor der Insel Rhodos.

Zunächst seien Warnschüsse vor den Bug abgefeuert worden. Als der Kapitän nicht anhielt, sei gezielt auf Stellen des Schiffs gefeuert worden, wo keine Menschenleben gefährdet waren, hieß es aus Kreisen der Küstenwache in Piräus.

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Der Kapitän des Frachtschiffs, Sami Kalkavan, sagte dem Sender CNN Türk, die griechische Küstenwache habe sie dazu aufgefordert, im Hafen von Rhodos zur Kontrolle anzulegen. Die Besatzung habe jedoch nicht eingewilligt. Daraufhin hätten die Griechen sie vorgewarnt und geschossen, als das Schiff nicht anhielt. Er habe 16 Einschüsse gezählt.

Die Türkei hat die Warnschüsse scharf kritisiert. Man verurteile das „maßlose“ Verhalten der griechischen Küstenwache aufs Schärfste, hieß es in einer Erklärung des türkischen Außenministeriums vom Montagabend. Es gebe keine Erklärung für den Beschuss eines Schiffes, das Fracht geladen habe und demnach unbewaffnet gewesen sei. Man hoffe, dass sich ein solcher Vorgang nicht wiederhole, hieß es. „Unser einziger Trost ist, dass es nicht zu Toten oder Verletzten gekommen ist.“

Der türkische Sender NTV zeigte am Montag Bilder des Schiffs mit mehreren Einschusslöchern. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete unter Berufung auf die türkischen Streitkräfte, zwei Schiffe der Küstenwache und ein Schnellboot seien ausgerückt. In der Region werden regelmäßig Schiffe kontrolliert, die im Verdacht stehen, Migranten zu transportieren oder Drogen und Zigaretten zu schmuggeln.

Quelle:  Handelsblatt Online
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