Griechenland-Rettung: Hoffnung auf den Sonnenaufgang

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Griechenland-Rettung: Hoffnung auf den Sonnenaufgang

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Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler und der griechische Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis in Athen.

von Henning Krumrey

Bei der Reise von Wirtschaftsminister Philipp Rösler ruhen die Hoffnungen der Gastgeber und vieler mitgereister deutscher Unternehmer auf der Solarenergie. Doch die Realisierung steht in den Sternen.

Die beste Werbung findet draußen vor der Tür statt. Während es in Deutschland bedeckt und lausig kalt ist, strahlt die Sonne vom leuchtendblauen griechischen Himmel auf das Tagungshotel Divina vor den Toren Athens. Wer jetzt an Solarzellen denkt, kann sich leicht ausmalen, wo die Sammelanlagen himmlischer Energie wohl effizienter und kostengünstiger betrieben werden können.

Drinnen, im Saal Aristoteles, fasst Energieminister Georgios Papakonstantinou die hitzige Lage in kühle Zahlen: 300 Sonnentage genieße sein Land, die Erzeugung von Strom mittels Solarkollektoren sei hier um 50 Prozent günstiger als in Nordeuropa. Und deshalb, wirbt er bei der aus dem fernen Deutschland angereisten Unternehmerdelegation, habe das Projekt "Helios" auch eine strahlende Zukunft verdient.

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Fast die Hälfte der rund 50 Firmenvertreter ist in der Energiewirtschaft engagiert.

Investitionen in die Infrastruktur

Hinter dem Namen des griechischen Sonnengottes steckt die Idee, die die griechischen Gastgeber gern als Win-Win-Win-Win-Situation darstellen: Alle Beteiligten hätten nur Vorteile. Statt im regnerischen und schattigen Nordeuropa mit horrenden Subventionen Sonnenenergie einzufangen und umzuwandeln, gelinge dies im attischen Dauersommer günstiger. So günstig, dass es sogar lohne, den so erzeugten Strom quer über den Kontinent zu transportieren. Die Investoren gewännen dank höherer Rendite, die Stromkunden im Norden profitierten von niedrigeren Strompreisen. Deutsche Lieferanten könnten hier ihre Solarzellen installieren anstelle chinesischer Produkte. Und Griechenland gewänne endlich eine Exportmöglichkeit, könne also Geld verdienen, Steuereinnahmen schaffen und einige Arbeitsplätze.

Adressat der kleinen ministeriellen Wetterkunde sind nicht nur die Hersteller von Solarpanelen oder Konstrukteure ganzer Kraftwerke, sondern auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, der die Delegation anführt. Zwei Probleme habe das Land im Südosten des Kontinents, hatte der FDP-Politiker schon auf dem Hinflug erläutert: die Verschuldung und die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit. Ersteres solle auf der Reise keine große Rolle spielen, zumal Rösler sich mit seiner Forderung nach einer Insolvenz Griechenlands dort keine Freunde gemacht hat. Vorsichtshalber hatten die Deutschen als Unterkunft ein Hotel vor den Toren der Stadt ausgesucht und nicht im Zentrum, um es möglichen Demonstranten nicht so einfach zu machen. Dem deutschen Gast ging es um das zweite Problem: die aktuelle Chancenlosigkeit Griechenlands auf dem Weltmarkt.

Mit einem Bündel von Angeboten will Deutschland helfen, "insbesondere mit Investitionen in Infrastruktur", verspricht Rösler. Aber auch der griechische Staat nerve potenzielle Geschäftspartner. Griechenland verweigere selbst Großunternehmen wie der Deutschen Telekom und Siemens fällige Zahlungen, ist aus Röslers Beamtenschar zu hören. Und die Verwaltung sei nicht nur korrupt, sondern vor allem langsam. So weiß der Minister von einem Unternehmer zu berichten, der vor vier Jahren erstmals bei den Behörden vorstellig geworden sei. "Damals hatte er keine Genehmigung, aber die Finanzierung für das Projekt."

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