Griechenlands oberster Schuldenmanager : "Wir werden jeden Cent zurückzahlen"

Griechenlands oberster Schuldenmanager : "Wir werden jeden Cent zurückzahlen"

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ILLUSTRATION - Eine 1-Euro-Münze aus Griechenland, aufgenommen am Donnerstag (06.05.2010) vor der DAX-Kurve an der Börse in Frankfurt. Fachleute rechnen damit, dass sich die Finanzprobleme und die sozialen Spannungen in Griechenland auf die gesamte Eurozone auswirken können. Foto: Boris Roessler dpa/lhe (c) dpa - Bildfunk

Der 49-jährige Ex-Investmentbanker Petros Christodoulou ist neuer Chef der staatlichen griechischen Schuldenagentur und damit der oberste Schuldenmanager des angeschlagenen Landes. Griechenland werde die Milliardenhilfen aus dem Ausland bis auf den letzten Cent zurückzahlen, verspricht Christodoulou im Interview.

WirtschaftsWoche: Der Aufstand in Griechenland eskaliert immer weiter. Sogar drei Tote gibt es zu beklagen. Haben Sie Angst, dass Ihre Landsleute die von der EU und dem IWF geforderten Reformen verhindern, obwohl das Parlament die Maßnahmen bereits beschlossen hat?

Petros Christodoulou: Nein, die Regierung wird alles daran setzen, die Reformen durchzusetzen. Es gibt dazu keine Alternative. Die Menschen in Griechenland sind gerade dabei, das zu verstehen.

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WirtschaftsWoche: Im Moment ist davon noch wenig zu spüren.

Das wird sich noch ändern. Der Frust der Menschen ist aber nachzuvollziehen. Die Regierung tut alles Menschenmögliche, um das Ruder herumzureißen. Schließlich geht es um harte Reformen, die aber dringend notwendig sind.

WirtschaftsWoche: Viele Menschen haben den Eindruck, die reichen Griechen kommen ungeschoren davon.

Das stimmt so nicht. Steuererhöhungen treffen jeden. Außerdem werden auch Luxussteuern erhöht. Jeder muss seinen Beitrag leisten, damit es Griechenland in Zukunft wieder besser geht. Die Mehrheit der Griechen hat das begriffen. Auch wenn viele schockiert sind über die Härte der Reformen. Wir Griechen haben zu lange über unsere Verhältnisse gelebt. Da ist es hart, zur Realität zurückzukehren.

WirtschaftsWoche: Dafür müssten die angekündigten Reformen auch greifen.

Ich bin sicher, dass sie das tun werden. Die Einschnitte sind sehr tief und werden ihre Wirkung nicht verfehlen. Die beschlossene Mischung aus Kostensenkungen, Steuererhöhungen und Wirtschaftswachstum wird erfolgreich sein.

WirtschaftsWoche: Die Märkte sehen das anders. Obwohl Ihnen EU und IWF Milliardenbeträge überweisen, wetten Investoren noch immer auf eine Pleite Griechenlands. Die Spreads gehen immer noch nicht zurück.

Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir Glaubwürdigkeit beweisen und die Sanierung der Finanzen schnell und nachhaltig angehen. Und das tun wir. Wir werden sämtliche Finanzhilfen bis zum letzten Cent zurückzahlen. Das ist unser erklärtes Ziel, das wir auf jeden Fall erreichen wollen.

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