Großbritannien: Aufruhr bei der Labour-Partei

Großbritannien: Aufruhr bei der Labour-Partei

, aktualisiert 12. Juli 2016, 17:02 Uhr
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Viele Labour-Mitglieder werfen ihrem Vorsitzenden Corbyn Führungsschwäche vor – in diese Nische stößt auch Herausforderin Angela Eagle.

Quelle:Handelsblatt Online

Bei der britischen Labour-Partei geht es hoch her: Parteichef Jeremy Corbyn klagt über Morddrohungen. Und das Büro seiner Herausforderin Angela Eagle wird angegriffen. Corbyn ruft zur Ruhe auf.

LondonDie britische Labour-Partei gerät immer mehr in Aufruhr. Der schwer unter Druck stehende Parteichef Jeremy Corbyn rief die Mitglieder am Dienstag zur Ruhe auf. Zuvor war das Büro seiner Herausforderin Angela Eagle angegriffen worden – Unbekannte warfen dort einen Ziegelstein durchs Fenster. Auch wenn es starke Differenzen gebe, müssten sich die Mitglieder „mit Respekt und Würde“ behandeln, erklärte Corbyn. Er selbst habe Morddrohungen erhalten, teilte der 67-jährige Parteilinke am Dienstag in einer Erklärung mit.

In der seit Wochen schwelenden Führungskrise hatte Eagle am Montag Corbyn offen herausgefordert. Dadurch könnte es in Kürze zu einer Urwahl der Parteibasis kommen.

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Zugleich sagte Corbyn am Dienstag einen öffentlichen Auftritt ab, um bei einer entscheidenden Sitzung des Nationalen Exekutivkomitees der Partei dabei zu sein. Dabei geht es um den Streit, ob sich Corbyn ohne Zustimmung der Abgeordneten überhaupt einer Urwahl der Parteibasis stellen kann.

Herausforderer des Vorsitzenden benötigen dazu über 50 Stimmen der Labour-Parlamentarier. Eagle kann sich sicher sein, diese Unterstützung zu bekommen – Corbyn nicht. Der meinte allerdings bereits, als Vorsitzender benötige er keine Abgeordneten-Stimmen. Er werde notfalls vor Gericht ziehen.

Der Parteilinke Corbyn war erst im September 2015 mit breiter Mehrheit der Basis an die Parteispitze gewählt worden. Kürzlich hatten ihm die Labour-Abgeordneten aber das Misstrauen ausgesprochen. Kritiker werfen ihm vor, die Partei habe unter seiner Führung bei den Regionalwahlen im Mai Verluste erlitten und man sei beim EU-Referendum gescheitert, eine Mehrheit für den Austritt zu verhindern. Die 55-jährige Eagle war bis zuletzt für Wirtschaft im Schattenkabinett zuständig.

Quelle:  Handelsblatt Online
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