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Großbritannien: Das Pfund im Sturzflug

von Yvonne Esterházy

Der Wahltermin steht immer noch nicht fest – auf der Insel wächst die Angst vor einem Patt.

David Cameron Quelle: REUTERS
David Cameron Quelle: REUTERS

Nichts hassen Finanzmärkte mehr als Ungewissheit. Und Ungewissheit ist es, die den Wert der britischen Währung in den vergangenen Tagen nach unten drückte. Die Märkte sorgen sich, Großbritannien könne in wenigen Wochen ohne handlungsfähige Regierung dastehen, und Spekulanten und Hedgefonds könnten sich dann auf das Pfund einschießen, so wie sie es in der Griechenland-Krise mit dem Euro getan haben.

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Auslöser sind politische Meinungsumfragen: Lagen die oppositionellen Konservativen vor einem Jahr noch rund 20 Prozentpunkte vor der regierenden Labour-Party, ist ihr Vorsprung auf zwei Punkte geschrumpft. Denn Tory-Führer David Cameron vermochte es bisher nicht, ein überzeugendes wirtschaftspolitisches Konzept vorzulegen. In der Bevölkerung wuchs zudem in der Wirtschaftskrise das Misstrauen gegenüber Cameron als Vertreter der Oberschicht, einen Absolventen des Eliteinternats Eton. Auch kommt die langsame Erholung der Wirtschaft dem amtierenden Premier Gordon Brown zugute.

Auf Griechenland-Niveau

Ein politisches Patt aber würde den Abbau der Schulden verzögern. Brown oder Cameron müssten sich mit den Liberaldemokraten oder den nordirischen Ulsterunionists auf ein Tolerierungsabkommen einlassen – Koalitionen sind in Großbritannien unüblich. Und die kleinen Parteien könnten einen entschlossenen Defizitabbau torpedieren. Zudem erwartet niemand, dass eine Minderheitsregierung lange hält.

Eine Verzögerung beim Schuldenabbau wäre katastrophal: Großbritannien hat wegen der Finanzkrise und jahrelanger Misswirtschaft eines der größten Haushaltsdefizite Europas. Die Neuverschuldung steigt 2010 wohl auf 175 Milliarden Pfund, 12,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – das ist Griechenland-Nieveau. Ändert sich das nicht schnell, könnten die Ratingagenturen Großbritanniens Bonität herabstufen. Allerdings sind die Briten in der Geld-, Fiskal- und Währungspolitik nach wie vor eigenständig. Sie haben deshalb mehr Spielraum als Griechenland. Außerdem verpflichteten sich im Prinzip alle Parteien zum Defizitabbau.

Laut Verfassung muss spätestens Anfang Juni ein neues Parlament gewählt werden. Der 6. Mai gilt derzeit als der wahrscheinlichste Termin. Danach herrscht Klarheit – oder auch nicht.

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4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.04.2010, 16:04 UhrAnonymer Benutzer: skeptiker vom skeptiker

    @skeptiker: Was sollen die denn noch exportieren? Die haben doch kaum noch industrie. Die drei Super Seven schaffen jetzt auch nihct die benötigten Arbeistplätze!

  • 16.03.2010, 20:31 UhrAnonymer Benutzer: aber Hallo

    Nur dumm das die Engländer nicht mehr viel für den Weltmarkt produzieren.

  • 11.03.2010, 08:43 UhrAnonymer Benutzer: Skeptiker

    Für die Engländer ist ein schwaches Pfund in der heutigen Zeit doch ein Segen - von mir aus nochmal 30 % Abschlag, dann brummt dort der Arbeitsmarkt wie verrückt aufgrund der explodierenden Exporte. ich warte auch nur darauf, mir einen Caterham Super Seven als neuwagen mit gewaltigem Abschlag zu kaufen .... und so dürfte es in vielen branchen aussehen...

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