Großbritannien: Großbritannien will Fraunhofer-Gesellschaft kopieren

Großbritannien: Großbritannien will Fraunhofer-Gesellschaft kopieren

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Britischer Wirtschaftsminister Peter Mandelson: Bildungsreise nach Berlin

von Yvonne Esterházy

Der britische Wirtschaftsminister Lord Peter Mandelson will in seinem Land die Industrie stärken – und orientiert sich dabei an der Fraunhofer-Gesellschaft.

Die britischen Boulevardzeitungen gießen oft Hohn und Spott über die Deutschen aus, doch gestern kam Großbritanniens Wirtschaftsminister Lord Peter Mandelson nach Berlin, um von Deutschland zu lernen. Er suchte Ideen, wie er die Industrie seines Landes stärken kann. Sein besonderes Interesse gelte dabei der Fraunhofer-Gesellschaft, hieß es aus Kreisen seines Ministeriums. Denn er denkt daran, in Großbritannien eine ähnliche Institution aufzubauen. Die 1949 in München gegründete Fraunhofer-Gesellschaft hat sich inzwischen zu Europas führender Organisation für angewandte Forschung entwickelt. Ihre Aufgabe ist es, die Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern. So stammen etwa das digitale Musikformat MP3 und die weißen LED-Lampen aus den Laboren von Fraunhofer.

Produzierendes Gewerbe stärken

Nun will auch der britische Wirtschaftsminister daheim Innovationen, Schlüsseltechnologien und Zukunftsbranchen stärken, um die Abhängigkeit seines Landes von der Finanzbranche zu verringern. Die Finanzkrise hat seine Regierung zum Umdenken gezwungen. „In der letzten Dekade haben wir es zugelassen, dass unsere Abhängigkeit von der Londoner City und den Finanzdienstleistern viel zu groß wurde“, übte Mandelson kürzlich Selbstkritik, „daher müssen andere Sektoren nun schneller wachsen.“

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Tatsächlich trägt das produzierende Gewerbe nur 12,4 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, vor 15 Jahren waren es 21 Prozent – in Deutschland sind es jetzt noch 21,9 Prozent. Den Briten sei die verarbeitende Industrie lange gleichgültig gewesen, Naturwissenschaften, Technik und Maschinenbau hätten sie vernachlässigt, gibt der Minister zu. In den letzten Amtsmonaten seiner Regierung soll sich das ändern.

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