Günther Oettinger: Beitragsrabatte sollen nach Brexit wegfallen

Günther Oettinger: Beitragsrabatte sollen nach Brexit wegfallen

, aktualisiert 07. August 2017, 02:44 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

EU-Kommissar Oettinger will nach dem Brexit die Beitragsrabatte für EU-Mitgliedsstaaten streichen. Großbritannien werde laut dem EU-Kommissar auch nach dem geplanten Austritt weiter Beiträge an die EU überweisen müssen.

BerlinZur Füllung der Lücke im Etat der Europäischen Union nach einem britischen Austritt macht sich EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger für die Abschaffung sämtlicher Beitragsrabatte für Mitgliedsstaaten stark. Sie seien vor Jahrzehnten eingeführt worden, weil Großbritannien auf einem Rabatt bestanden habe, sagte Oettinger der "Bild"-Zeitung.

"Wenn diese Mutter aller Rabatte durch den Brexit wegfällt, müssen auch alle anderen Beitragsvergünstigungen gestrichen werden. Das wäre eine erhebliche Verwaltungsvereinfachung und würde den bisherigen Kuhhandel bei Haushaltsverhandlungen beenden."

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Langfristig fehlten durch den für 2019 geplanten Brexit zehn bis zwölf Milliarden Euro pro Jahr im EU-Haushalt. Diese Lücke sollte durch einen Mix aus Einsparungen und höheren Beiträge der Mitgliedsländer kompensiert werden, sagte Oettinger: "Auf Deutschland könnte ein überschaubarer einstelliger Milliardenbetrag zusätzlich zukommen."

Großbritannien werde aber auch noch bis "mindestens 2020" weiter Beiträge an die EU überweisen müssen und zwar für langfristige Programme, die vor dem Brexit-Beschluss vereinbart worden seien.

Die britischen Zahlungsverpflichtungen bei einem EU-Austritt sind Teil der laufenden Brexit-Verhandlungen. Von der EU-Kommission war eine mögliche Summe von rund 60 Milliarden Euro ins Spiel gebracht worden, die sich unter anderem aus Pensionsforderungen und Anteilen an EU-Projekten ergibt, die über das voraussichtliche Brexit-Jahr 2019 hinausreichen. Laut einem Bericht des "Sunday Telegraph" stellt sich die britische Regierung dagegen auf eine Scheidungsrechnung von bis zu 40 Milliarden Euro ein.

Quelle:  Handelsblatt Online
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