Guiliani will McCain unterstützen: US-Vorwahlen: Edwards überlässt Clinton und Obama das Feld

Guiliani will McCain unterstützen: US-Vorwahlen: Edwards überlässt Clinton und Obama das Feld

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Hoffnungsträger der Demokraten: Hillary Clinton, Barack Obama (M.) und John Edwards, der inzwischen das Handtuch geworfen hat

Das demokratische Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur ist seit gestern praktisch ein Duell zwischen Hillary Clinton und Barack Obama: Der bislang drittplatzierte John Edwards erklärte in New Orleans seinen Rückzug aus dem Vorwahlprozess.

„Es ist Zeit für mich, beiseite zu treten“, sagte er und zog damit die Konsequenz aus seinem schlechten Abschneiden bei den Vorwahlen in vier US-Staaten, bei denen er deutlich hinter Clinton und Obama durchs Ziel ging. Er wolle mit seinem Rücktritt dem übergeordneten Ziel dienen, dass im November ein demokratischer Politiker ins Weiße Haus gewählt wird. „Mit unseren Überzeugungen und ein wenig Rückgrat werden wir das Weiße Haus im November wieder zurückholen“, sagte Edwards. Er trete beiseite, „damit sich die Geschichte ihren Weg bahnen kann“.

Er verwies darauf, dass sowohl Clinton als auch Obama die Armut bekämpfen wollten. „Das ist mein Lebenswerk und ich habe ihre Zusage, sich dafür zu engagieren“, erklärte Edwards. Nach seinem Rücktritt ist der Nominierungsprozess der Demokraten praktisch ein historischer Wettkampf zwischen Clinton, die als erste Frau Präsidentin der USA werden will, und Obama, der dies als erster Schwarzer schaffen will.

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Auch im konservativen Lager scheint der Wahlkampf zu einem Zweikampf zu werden. Senator John McCain überholte bei der Vorwahl der Republikaner in Florida seinen schärfsten Konkurrenten Mitt Romney. Der frühere Topfavorit Rudy Guiliani steht nach einer schweren Schlappe in dem Südstaat vor dem Aus. Auch der Baptisten-Prediger Mike Huckabee verliert nach seinem furiosen Auftakterfolg in Iowa offenbar den Anschluss an McCain und Romney. Eine Vorentscheidung bei beiden Parteien könnte am kommenden Dienstag fallen, wenn in 22 von 50 US-Staaten über die Nominierungen abgestimmt wird.

McCain setzte sich bei den Republikanern mit einem Sieg in Florida an die Spitze. Er kam nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmbezirke auf 36 Prozent, Romney auf 31 Prozent. Abgeschlagen hinter McCain und Romney fanden sich Giuliani mit 15 und Huckabee mit 13 Prozent ein. Es wurde erwartet, dass Giuliani nach dieser Niederlage seine Bewerbung aufgeben würde. In einer Rede vor seinen Anhängern sprach er von seiner Kandidatur schon in der Vergangenheitsform.

Das Ergebnis hatte aber nur symbolische Bedeutung, da keine Delegiertenstimmen vergeben wurden. Clinton kam auf 50 Prozent der Stimmen, Obama auf 33 und Edwards nur auf 14 Prozent. Keiner der Kandidaten hatte Wahlkampf in Florida geführt. Die Parteiführung strich dem Staat alle 185 Stimmen, weil sich die dortige Demokratische Partei über die Anordnung hinweggesetzt hatte, die Vorwahl frühestens am 5. Februar anzusetzen. Clinton feierte den Sieg in Florida trotzdem als Erfolg, den sie nach ihrer klaren Niederlage gegen Obama am Wochenende in South Carolina auch gut gebrauchen konnte. Obama hatte zu Beginn der Woche auch noch die Unterstützung des einflussreichen Senators Edward Kennedy erhalten.

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