Hackerangriffe: Nordkorea soll über 6000 Mann starke Cyberarmee verfügen

Hackerangriffe: Nordkorea soll über 6000 Mann starke Cyberarmee verfügen

Nordkorea hat nach Informationen des südkoreanischen Verteidigungsministeriums eine Cyberarmee von 6000 Spezialisten für Hackerangriffe. Die Zahl ist doppelt so hoch wie bisherige Schätzungen.

Ziel sei die Störung von Regierung und Militär in Südkorea, erklärte das Ministerium in Seoul am Dienstag in einer Analyse. Darüber hinaus sieht das Ministerium Anhaltspunkte, dass Nordkorea nach Fortschritten bei der Entwicklung seiner Raketentechnik inzwischen die Fähigkeiten haben könnte, das amerikanische Festland zu treffen. Pjöngjang arbeite im übrigen daran, seine Atomsprengköpfe so weit zu verkleinern, dass sie auf Raketen montiert werden können.

Fünf spannende Fakten über Nordkorea

  • Wirtschaft

    Nordkorea produziere kaum wettbewerbsfähige Güter. Außerdem herrsche ein Mangel an Devisen und somit auch Investitionsgütern. Die Infrastruktur ist marode, zahlreiche Industrieanlagen sind seit Jahren nicht mehr in Betrieb, schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite. Allerdings entstanden unter Kim Jong Un 13 neue Sonderwirtschaftszonen.

  • Innenpolitik

    Das Land ist streng zentralistisch organisiert und betreibt einen intensiven Personenkult, um mittlerweile drei Führer. Nordkorea wurde 1948 gegründet, und verfügt formal über Verfassungsorgane wie Parlament, Gerichtsbarkeit und Regierung. Allerdings übt vor allem ein übermächtiger Führer mit einem kleinen Kreis an Vertrauten die Macht aus.

  • Medien, Internet, Handy

    Die Medien sind durchgängig staatlich kontrolliert. Die meisten Nordkoreaner haben keine Möglichkeit auf Internet zuzugreifen, teilweise wissen sie nicht einmal, was es ist. Von den knapp 25 Millionen Nordkoreaner haben gerade mal eine Million Menschen ein Handy: Es gibt lediglich einen einzigen Mobilfunkbetreiber, der zwar ein 3G-Netz anbietet, aber keine Datendienste.

  • Menschenrechte

    Anfang 2014 stellten die Vereinten Nationen einen Bericht über Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Nordkorea vor. Darin heißt es: Nordkorea ist ein totalitärer Staat, in dem als politisch unzuverlässig eingestufte Menschen systematisch ermordet oder als Arbeitssklaven missbraucht werden.

  • Beziehungen zwischen Deutschland und Nordkorea

    Grundsätzlich bestehen zwischen Nordkorea und Deutschland politische Beziehungen, diese sind allerdings auch durch die von der EU und der UN verhängten Sanktionen belastet. Für die ehemalige DDR war Nordkorea einer der wichtigsten Partner des Landes im Ostblock.

Die USA verdächtigen Nordkorea, hinter dem Hackerangriff auf die Filmproduktionsfirma Sony Pictures zu stecken, bei dem große Mengen vertraulicher Daten gestohlen und dann veröffentlicht wurden. Hintergrund soll der satirische Film „The Interview“ über ein versuchtes Attentat auf den nordkoreanischen Führer Kim Jong Un sein.

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Nordkorea bestreitet die Hackerattacke. Die koreanische Halbinsel ist seit Ende des Koreakriegs 1953 geteilt. Nord- und Südkorea haben seither keinen Friedensvertrag, sondern lediglich einen Waffenstillstand. Immer wieder kommt es zu Drohgebärden und Feindseligkeiten.

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