Handel: Chinas Exportwirtschaft wächst langsamer

Handel: Chinas Exportwirtschaft wächst langsamer

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Nur noch um zehn Prozent sollen die Ausfuhren aus dem Reich der Mitte in diesem Jahr steigen - im vorigen waren es noch 25,7 Prozent

Im Gegenwind der weltweiten Finanzkrise kann Chinas Exportmotor das rasante Tempo der vergangenen Boomjahre nicht mehr halten. Für 2008 sei mit einem Anstieg der Ausfuhren um nur noch zehn Prozent nach 25,7 Prozent im Vorjahr zu rechnen, erklärte die zuständige Forschungsabteilung des Handelsministeriums heute.

Nach einem Bericht der amtlichen Zeitung „Shanghai Securities News“ wird der Handelsbilanzüberschuss zudem um mehr als 62 Milliarden auf 200 Milliarden Dollar schrumpfen. Mit der schwächeren Außenhandelsdynamik im Reich der Mitte steigen nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) auch die Chancen, dass Deutschland seinen Titel als Exportweltmeister gegen China verteidigen kann. In der Vergangenheit haben Pekinger Regierungsvertreter wiederholt auf die negativen Auswirkungen des gestiegenen Wechselkurses der Landeswährung Yuan zum Dollar für die Exportwirtschaft hingewiesen.

Mit der härteren Währung verteuern sich die chinesischen Ausfuhren in die USA, wo sich die Absatzchancen im Zuge der amerikanischen Konjunkturschwäche ohnehin verschlechtert haben. Hinzu kommen handelspolitische Differenzen: Die USA werfen China seit Jahren vor, den Wechselkurs der Landeswährung künstlich zu drücken, um sich Vorteile im Export zu verschaffen.

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Der Yuan hat zwar im ersten Vierteljahr zum Dollar so stark zugelegt wie noch nie, seit die Volksrepublik vor 14 Jahren das Devisenverwaltungssystem reformierte. Dies genügt den USA jedoch nicht. Sie dringen auf eine weitere Aufwertung. Damit würde China allerdings seine Inflation weiter anheizen, die bereits im Steigflug ist. Damit steckt China in einem schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Umfeld in einem Dilemma.

Schon heute spüre die Volksrepublik, dass die Exporte in die USA zurückgingen, sagte DIHK-Präsident Braun dem „Handelsblatt“. Es werde für das Land immer schwieriger, diesen Rückgang durch mehr Ausfuhren nach Europa und in die Nachbarländer auszugleichen. China ist mit einem Volumen rund 85 Milliarden Euro im Jahr 2007 neben den USA seit einigen Jahren der wichtigste deutsche Handelspartner außerhalb Europas.

Unter den größten Importeuren in Deutschland rangierte China im vergangenen Jahr auf Rang drei. Im Februar hatte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos gesagt, Deutschland werde noch in diesem Jahr als Exportweltmeister von China entthront. Der Außenhandelsverband BGA hatte sich hingegen optimistisch geäußert, dass Deutschland auch 2008 seine Spitzenstellung verteidigen und China auf Platz zwei verweisen könne.

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