Handelsstreit: Argentinien blockiert deutsche Autokonzerne

Handelsstreit: Argentinien blockiert deutsche Autokonzerne

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huGO-BildID: 2117341 Juan Carlos Aramburu, 55, and his wife Liliana Cane, 44, wave an Argentine flag and bang a pan from their balcony, as protesters who feel their money is locked in the financial system demonstrate below, in a commercial area where a couple bank branches are located, on the outskirts of Buenos Aires, Argentina Wednesday, Jan. 16, 2002.(AP Photo/Daniel Luna)

von Henning Krumrey

Die deutschen Autobauer stehen im Stau - nicht auf heimischen Autobahnen, sondern an Argentiniens Grenzen. Denn die Regierung des Andenstaates blockiert den Import von Kraftfahrzeugen und hat nun den Herstellern in harschen Worten eine knallharte Vorgabe gemacht: Wer Autos nach Argentinien einführen will, muss entweder dort investieren oder dort Waren im Wert der importierten Autos einkaufen. Die Deutschen sehen darin einen schweren Verstoß gegen die Vorschriften der Welthandelsorganisation WTO.

Bei einem Treffen mit Vertretern der wichtigsten Importeure kam Industrieministerin Débora Giorgi schnell auf den Punkt: “Die Automobilhersteller können dieselbe Summe in Dollars exportieren, die sie importieren”, beschied sie ihre verdutzten Gegenüber.“ Mit sofortiger Wirkung setze die Regierung eine Vorschrift in Kraft, wonach jedem Dollar der Einfuhr nach Argentinien ein Dollar Ausfuhrwert gegenüberstehen müsse. Und Handels-Staatssekretär Guillermo Moreno ergänzte kühl: “Das sind die neuen Spielregeln!” Ziel der Regierung sei es, das Handelsbilanzdefizit einzudämmen. Denn der Anteil der im Ausland hergestellten Wagen nehme immer weiter zu und gefährde das Geschäft der heimischen Werke.

Das trifft die deutschen Premium-Produzenten BMW, Mercedes-Benz, Porsche und Audi genauso wie die ausländische Marken, angeführt von Fiat, Renault, Jaguar und Volvo bis zur asiatischen Phalanx um Hyundai, Mitsubishi, Kia und Subaru. Die meisten von ihnen haben überhaupt keine lokale Produktion in Argentinien. Nicht betroffen ist VW; die Wolfsburger haben eine eigene Produktion in Argentinien. Und Daimler kann für sich zumindest ins Feld führen, dass der Konzern im Land der Gauchos Lastkraftwagen montiert.

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Die ausländischen Hersteller wurden aufgefordert, spätestens bis zum 31. März 2012 einen Plan vorzulegen, wie sie ihr Geschäft künftig aufziehen wollten. Der Haken: Solange der nicht der Regierung vorgelegt wurde, kann kein weiteres Fahrzeug mehr ins Inland eingeführt werden. Nach Information aus Herstellerkreisen stehen bereits seit Februar mehrere Tausend Fahrzeuge aus deutscher Produktion auf Halde in argentinischen Häfen oder dürfen gar nicht von den Schiffen entladen werden.

Als Alternative bot die argentinische Seite an, die Hersteller könnten ihren Beitrag auch dadurch leisten, dass sie statt Einkäufen dieselbe Summe im Land investierten. Im Kreis der betroffenen Hersteller wurde bereits diskutiert, dass sich am ehesten argentinischer Wein für den Export eigne. Die Geschäfte müssen allerdings vom selben Konzern getätigt werden, der auch die Fahrzeuge liefert. Dreiecksgeschäfte sollen der Autoindustrie nicht erlaubt werden.

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