Hawaii reagiert auf Kim Jong-Uns Raketen: „In unserem Interesse, sich auf eine nukleare Katastrophe vorzubereiten“

Hawaii reagiert auf Kim Jong-Uns Raketen: „In unserem Interesse, sich auf eine nukleare Katastrophe vorzubereiten“

, aktualisiert 18. April 2017, 09:28 Uhr
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Panikmache oder staatliche Fürsorge? Ein Beschluss eines hawaiischen Ausschusses zu Atomschutzräumen ist umstritten.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Konflikt zwischen USA und Nordkorea spitzt sich zu. Erst warnt Pjöngjang vor einem nuklearen Konflikt, nun fordern hawaiische Abgeordnete einen atomaren Schutzplan. Sie sehen in ihren Inseln ein strategisches Ziel.

Düsseldorf7.400 Kilometer liegen zwischen der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang und der hawaiischen Stadt Honolulu, doch die zunehmende Spannung zwischen Nordkorea und den USA lässt einige Abgeordnete des US-Bundesstaats mit Sorge auf den bislang verbal ausgefochtenen Konflikt blicken.

Zwar ist heftig umstritten wie ausgereift die nordkoreanische Raketentechnik ist und ob das Land überhaupt über eine funktionierende Interkontinentalrakete verfügt. Doch ein Ausschuss des hawaiischen Abgeordnetenhauses will zumindest, dass die Pläne zum Schutz vor einem möglichen atomaren Angriff erneuert werden. Der Beschluss sieht unter anderem Möglichkeiten vor, die Einrichtung provisorischer Häfen zu prüfen, sollte ein Haupthafen „von einer Natur- oder menschengemachten Katastrophe getroffen“ werden.

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„Hawaiis herausragende Lage in der Mitte des Pazifischen Ozeans und seine Masse an militärischen Kommandozentren, inklusive des 'United States Pacific Command', das für Militäreinsätze in einer Region verantwortlich ist, die mehr als die Hälfte der Erdoberfläche umfasst, machen den Staat zum strategischen Ziel“, heißt es in der verabschiedeten Resolution, der noch weitere Parlamentsbeschlüsse folgen müssten, um tatsächlich umgesetzt zu werden. Es sei „im besten Interesse von Hawaii, sich auf eine nukleare Katastrophe vorzubereiten, in dem die Pläne für Atomschutzräume aktualisiert werden“.

Der Sprecher von US-Präsident Donald Trump, Sean Spicer, sagte am Montag, dass das Militär kontinuierlich an Notfallplänen für beinahe jedes Szenario arbeite und es falsch sei, „das in irgendeiner Weise als neu zu bezeichnen“. Konkret auf den am Donnerstag vor Ostern gefassten Beschluss des hawaiischen Ausschusses ging er nicht ein.

Die lokale Zeitschrift „Maui Time“ wehrt sich gegen jeden Eindruck der Panikmache. „Nordkorea wird keine Atomraketen auf Hawaii schießen – zumindest nicht in der nahen Zukunft. Die nordkoreanische Regierung hat einfach keine Raketen, die uns treffen können“, schreibt Chefredakteur Anthony Pignataro.

Der stellvertretende Vorsitzende des hawaiischen Ausschusses für öffentliche Sicherheit, Matt LoPresti, sagte, er wolle auch keine Furcht verbreiten. Die Öffentlichkeit solle nur wissen, dass die Regierung Schritte unternehme, sie selbst in schlimmstmöglichen Szenarien zu schützen.

Nordkorea hatte am Sonntag abermals eine Rakete getestet. Der Versuch scheiterte diesmal, das Geschoss explodierte nach amerikanischen und südkoreanischen Angaben schon beim Start. Bei dem Geschoss handelte es sich laut US-Angaben um eine Mittelstreckenrakete. Pence bezeichnete den Raketentest als Provokation.

Am Montag warnte der stellvertretende nordkoreanische UN-Botschafter Kim In Ryong, vor dem Ausbruch eines Atomkriegs Die USA verwandelten die Koreanische Halbinsel in den größten Gefahrenherd der Welt, sagte In Ryong. In dieser Situation könne jederzeit ein thermonukleaer Krieg ausbrechen. „Wir werden weitere Raketentests durchführen - auf wöchentlicher, monatlicher und jährlicher Basis“, sagte Vizeaußenminister Han Song-Ryol in einem Interview der BBC. Sollte Amerika militärisch intervenieren, werde ein „totaler Krieg“ ausbrechen, warnte er.

Quelle:  Handelsblatt Online
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