Hilfsangebot: Russland will Gegenleistung

Hilfsangebot: Russland will Gegenleistung

, aktualisiert 07. November 2011, 19:35 Uhr
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Eine griechische Euromünze: Russland will dem schwächelnden Partner unter die Arme greifen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die russische Regierung will die kriselnde Eurozone stützen und sich an der Rettung der Währung beteiligen. Beim Besuch der IWF-Chefin Christine Lagarde wurde aber deutlich, dass Russland Gegenleistungen erwartet.

MoskauDer russische Präsident Dimitri Medwedew hat in Moskau mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, darüber gesprochen, wie sein Land der kränkelnden Eurozone helfen kann. Es war Lagardes erster Besuch außerhalb der Europäischen Union, seit sie Dominique Strauss-Kahn im Juli als IWF-Direktorin abgelöst hatte. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die europäische Schuldenkrise. Medwedew sagte zum Auftakt, er wolle über die globale Wirtschaftslage und die Ergebnisse des G-20-Gipfels vergangene Woche in Cannes sprechen. Russland hatte mitgeteilt, dass es dem IWF zehn Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro) anbietet, um ihn bei der Hilfe für die Eurozone zu unterstützen.

Zugleich deutete Russland an, dass es als Gegenleistung eine wichtigere Rolle in der globalen Finanzinstitution besetzen möchte. Wie andere aufstrebende Wirtschaftsmächte hatte Moskau erklärt, dass es bei der Entscheidungsfindung des IWF stärker mitreden will. Die sogenannten BRICS-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) bemühen sich intensiv um mehr Mitsprache in globalen Wirtschaftsfragen. Der G-20-Gipfel in Cannes endete in der vergangenen Woche nur mit vagen Zusagen der Schwellenländer zu Finanzhilfen.

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Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, die BRICS-Länder hätten Billionen Dollar an Fremdwährung angehäuft und seien bereit, ihre Hilfe über den IWF zu verteilen. „Unsere Länder sind bereit, bei gemeinsamen Anstrengungen mitzuwirken. Das schließt die Vergabe von Krediten unter den Regeln und durch die Kanäle des IWF ein“, sagte Lawrow bei einer Pressekonferenz. Im Austausch für Finanzhilfen forderte Lawrow für die aufstrebenden Wirtschaftsnationen, dass frühere Zusagen, den IWF und das Weltfinanzsystem zu reformieren, eingehalten würden.

Lagarde würdigte in einem Interview der russischen Tageszeitung „Kommersant“, das am Montag veröffentlicht wurde, Russlands Bedeutung bei den G-20 und als einer der zehn größten Anteilseigner des IWF. „Zusammen mit anderen wachsenden Ökonomien, die zu den BRICS gehören, spielt Russland eine Schlüsselrolle als eine Macht, die die globale Wirtschaftsentwicklung vorantreibt“, sagte Lagarde. Nach Russland wird Lagarde China und Japan besuchen, die ebenfalls finanzielle Hilfe für Europa über den IWF für möglich gehalten hatten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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