Hilfspaket: Republikaner lassen US-Autobauer weiter zappeln

Hilfspaket: Republikaner lassen US-Autobauer weiter zappeln

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Die Chefs der großen US-Autokonzerne bei einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus: General Motors-Chef Richard Wagoner (li), Chrysler-Boss Robert Nardelli (Mitte) und Ford-Chef Alan Mulally (re)

Seit Wochen fordern die US-Autobauer staatliche Hilfszahlungen für ihre kriselnde Branche. Doch eine für heute geplante Probeabstimmung über ein Hilfspaket in Höhe von 25 Milliarden Dollar ist nun vom Tisch: Die Republikaner legen sich quer. Prompt fielen die Aktienkurse in den USA deutlich - kein gutes Vorzeichen für den Dax.

Die kriselnde US-Autoindustrie kann wegen politischer Streitigkeiten in Washington nicht auf schnelle staatliche Finanzhilfen hoffen. Wie der TV-Sender CNN gestern Abend berichtete, sagten die Demokraten im Senat eine für heute geplante Probeabstimmung über ein Hilfspaket in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar ab. Es gebe keine Mehrheit für den Antrag, hieß es zur Begründung.

Allerdings gebe es im Kongress bereits Gespräche über einen Kompromiss zwischen Demokraten und Republikanern.Von den Hilfen könnte auch der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) profitieren.

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Gestern gerieten die Aktien an der Wall Street stark unter Druck. Der Dow Jones, der zu Handelsschluss in Europa 1,9 Prozent niedriger notiert hatte, ging mit einem Abschlag von 5,1 Prozent aus dem Handel. Der Nasdaq-Composite fiel um 6,5 Prozent. Börsianer befürchteten, dass die US-Automobilbranche keine staatlichen Hilfen erhält. Zudem habe das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank (Fed) ein düsteres Bild der US-Wirtschaft gezeichnet, sagten Analysten. Auch am japanischen Aktienmarkt stürzten die Kurse ab. Der Nikkei ging fast sieben Prozent tiefer aus der Sitzung. Am deutschen Aktienmarkt dürfte es heute nach den schlechten Vorgaben aus den USA ebenfalls deutlich abwärtsgehen.

Vor Kollaps gewarnt

Die Chefs der drei großen US-Autobauer hatten zuvor bei Anhörungen im Kongress vor einem Kollaps der Autoindustrie gewarnt. Das 25-Milliarden-Darlehen sei notwendig, damit die Industrie die Liquiditätskrise überlebe, hieß es. Allerdings reagierten Republikaner wie Demokraten mit Skepsis. Viele Politiker machten jahrelanges Missmanagement in der Autoindustrie für die Krise verantwortlich.

Nach Vorstellungen der Demokraten sollen die 25 Milliarden Dollar für die Autoindustrie aus dem700-Milliarden-Dollar-Paket zur Stabilisierung der Finanzmärkte abgezweigt werden, das der Kongress im Oktober verabschiedet hatte. Viele Republikaner und die Regierung von Präsident George W. Bush lehnen eine solche Lösung aber ab. Das Geld aus dem Fonds sei nicht für einzelne Industriebranchen vorgesehen.

Auch der gewählte US-Präsident Barack Obama hatte für rasche Staatshilfen an die Autobauer plädiert. Es dürfe aber keinen Blankoscheck geben. General Motors, Ford und Chrysler kämpfen seit längerem mit großen Schwierigkeiten. GM warnte kürzlich davor, zum Jahresende möglicherweise nicht mehr genügend Geld zu haben, um Löhne bezahlen zu können.

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