Höchster Berg der Welt: Tibeterin hält olympisches Feuer auf Gipfel des Mount Everest

Höchster Berg der Welt: Tibeterin hält olympisches Feuer auf Gipfel des Mount Everest

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Das olympische Feuer erreicht den Mount Everest

Eine junge Tibeterin hat die olympische Fackel auf den Gipfel des Mount Everest getragen. Als erste Bergsteigerin in dem zwölfköpfigen Team hielt Cering Wangmo die Flamme auf der Spitze des höchsten Berges der Erde.

„Wir sind auf dem Dach der Welt“, riefen ihre Kollegen, die sich um sie gruppierten. „Wir haben es geschafft.“ Auf den letzten 30 Metern zum Gipfel, als die Fackel mit dem Feuer aus einer speziellen Laterne entzündet worden war, wurde die Flamme fünf Mal jeweils zur nächsten Fackel weitergereicht. Es war zu hören, wie einige Kletterer in der sauerstoffarmen Umgebung nach Luft rangen. Der Leiter der Gruppe, der Tibeter Nyima Cering, rief dabei das Motto der Spiele: „Eine Welt, ein Traum.“ Der 8848 Meter hohe Gipfel wurde um 9.18 Uhr Ortszeit (3.18 Uhr MESZ) erreicht.

Die Bergsteigergruppe mit der olympischen Fackel hat auf ihrem Weg zum Gipfel des Mount Everest überraschend andere Kletterer gesehen, obwohl der Berg eigentlich gesperrt war. „Unser Team sah Lichter von am Kopf befestigten Kletterlampen einiger unerwarteter Leute, aber unsere Bergsteiger hatten keine Furcht und sind über diese Störung hinweggekommen“, sagte der Leiter des gesamten Projekts, Li Zhixin, nach Angaben der Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ heute im Basislager.

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Wann oder auf welcher Höhe die anderen mysteriösen Bergsteiger gesehen wurden, sagte Li Zhixin nicht. Er fügte allerdings hinzu: „Bis jetzt gibt es weiterhin Leute, die versuchen, unsere Bergsteiger zu stören.“ Während seiner Äußerungen war das gemischte chinesische und tibetische Klettererteam auf dem Rückweg vom Gipfel. Aus Angst vor Zwischenfällen durch Tibet-Aktivisten, die den Aufstieg auf den für Tibeter heiligen Berg kritisieren, war die Route seit April von nepalesischer Seite gesperrt worden. Viele Bergsteiger warteten in Nepal darauf, dass das chinesische Team mit der Fackel aufsteigt und der Berg danach endlich wieder freigegeben wird. Schlechtes Wetter und Schneefälle hatten das chinesische Vorhaben allerdings um mehrere Tage verzögert.

Der Mount Everest ist der höchste Berg der Erde. Er liegt im Himalaya an der Grenze zwischen Nepal und dem von China annektierten Tibet. Sein 8848 Meter hoher Gipfel ist immer schneebedeckt. Im Winter können die Temperaturen bis auf minus 60 Grad sinken. Die Ersten, die den Berg bezwangen, waren der Neuseeländer Edmund Hillary und der Nepalese Tenzing Norgay am 29. Mai 1953.

Der italienische Extrem-Bergsteiger Reinhold Messner und sein österreichischer Begleiter Peter Habeler erreichten den Gipfel im Königreich Nepal 1978 erstmals ohne Sauerstoffgerät. Benannt ist der Riese nach dem Briten George Everest, der bis 1843 die Vermessung Indiens leitete. Dabei wurden die Lage und die Höhe des Everests erstmals festgehalten. Die ersten Besteigungsversuche gab es zu Beginn der 1920er Jahre von der tibetischen Nordseite aus. Manche Kletterer überstiegen schon damals die 8000-Meter-Marke, bevor sie umkehren mussten. Viele überlebten die gefährliche Tour über Eis und schroffe Felsen nicht.

Der Gipfel des Mount Everest Quelle: REUTERS

Der Gipfel des Mount Everest

Bild: REUTERS

Bis heute hat der Versuch, den höchsten Berg der Erde zu bezwingen, mindestens 200 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 3680 Bergsteiger aus über 40 Nationen sollen es geschafft haben - auf inzwischen mehr als zehn verschiedenen Routen. Der zunehmende Andrang am Mount Everest wird von Umweltschützern kritisch gesehen. Sie beklagen die Kommerzialisierung und Verschmutzung des wohl rund 60 Millionen Jahre alten Berges. Vor allem wegen zunehmender Umweltprobleme fordern sie, den Tourismus einzuschränken. Den Einheimischen ist der Mount Everest heilig. Die Nepalesen nennen ihn Sagarmatha (Himmelsgöttin), die Tibeter Chomolungma (Göttin-Mutter der Erde).

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