Holocaust-Gedenkstätte: Trumps Gästebuch-Eintrag sorgt für Verärgerung

Holocaust-Gedenkstätte: Trumps Gästebuch-Eintrag sorgt für Verärgerung

, aktualisiert 24. Mai 2017, 11:50 Uhr
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Avner Shalev (r), Vorsitzender der Holocaust Gedänkstätte Yad Vashem überreichte am Dienstag dem US-Präsident und First Lady Melania Trump eine Kopie eines persönlichen Notizbuches des Holocaust-Opfers Ester Goldstein in Jerusalem.

Quelle:Handelsblatt Online

Donald Trumps Eintrag im Gästebuch einer Holocaust-Gedenkstätte wird von einem Historiker kritisiert. Sie ähnle eher einem Eintrag nach einer Bergbesteigung, so der Vorwurf. Obama war da ganz anders.

JerusalemEin deutsch-israelischer Historiker hat den Eintrag von US-Präsident Donald Trump in das Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem kritisiert. Trump hatte am Dienstag geschrieben: „Es ist eine Ehre, mit all meinen Freunden hier zu sein – so fantastisch + werde nie vergessen.“

„Das schreibt man, wenn man oben auf der Zugspitze steht und die Landschaft bewundert“, sagte Mosche Zimmermann, emeritierter Professor von der Hebräischen Universität in Jerusalem, am Mittwoch. „Das ist keineswegs passend für Yad Vashem, aber typisch für Trump.“ Der US-Präsident befindet sich derzeit auf seiner ersten Auslandsreise. Er war nach Stationen in Saudi-Arabien und Israel am Dienstag nach Rom weitergereist.

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Die israelische Zeitung „Haaretz“ stellte Trumps Eintrag dem seines Vorgängers Barack Obama aus dem Jahr 2008 gegenüber und kommentierte: „Finde die Unterschiede“. Obama schrieb auf einer ganzen Seite unter anderem: „Und mögen wir uns an die, die umkamen, nicht nur als Opfer erinnern, sondern auch als Individuen, die hofften und liebten und träumten wie wir, und die Symbole für den menschlichen Geist wurden.“

In Israel war kritisiert worden, dass ursprünglich für Trumps Besuch in Yad Vashem nur 15 Minuten eingeplant waren. Letztlich dauerte er etwa eine halbe Stunde. Die Holocaust-Gedenkstätte ist ein zentraler Bestandteil des israelischen Selbstverständnisses und gehört zum Pflichtprogramm jedes Staatsbesuchs.

Trump war außerdem im Januar kritisiert worden, weil in seiner kurzen Stellungnahme zum internationalen Holocaust-Gedenktag das Wort Juden überhaupt nicht vorkam und auch jeder Hinweis auf den millionenfachen Mord an Juden fehlte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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