Hugo Chávez: Raubtier-Kapitalismus in Venezuela

Hugo Chávez: Raubtier-Kapitalismus in Venezuela

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Präsident im Krankenstand. Anhänger versammeln sich zum Gebet für die Gesundung von Chávez

von Alexander Busch

Wegen der schweren Krankheit des Präsidenten Hugo Chávez steht Venezuela vor einem politischen Wechsel. Dafür ist es höchste Zeit. Denn nach 14 Jahren unter Chávez entpuppt sich der "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" als brutaler Raubtier-Kapitalismus.

Er ist einer der führenden Banker Venezuelas: Germán García-Velutini ist Teilhaber und Präsident der Banco Venezolano de Credito, des ältesten Geldhauses Venezuelas. Gleichzeitig ist der 54-Jährige ein furchtloser Kritiker des Präsidenten Hugo Chávez. Denn anders als fast alle Unternehmer und Banker des Landes scheut er sich nicht, die Regierung öffentlich zu kritisieren. Und zwar an ihrer empfindlichsten Stelle. Denn García-Velutini präsentiert sich selbst als Beweis dafür, dass nach 14 Jahren unter Hugo Chávez in Venezuela nicht dessen "Sozialismus des 21. Jahrhunderts", herrscht, sondern ein brutaler Raubtier-Kapitalismus mit einer unfähigen Regierung an der Spitze.

Gewinne von 300 Prozent

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"Wir verdienen derzeit unglaublich gut", sagt García-Velutini, "vermutlich so viel wie noch nie in unserer Geschichte." Seiner Bank wie der gesamten Finanzbranche Venezuelas geht es blendend, weil sie einem kredithungrigen Staat Geld zu horrenden Zinsen leihen. Rund 40 Prozent Zins berechnen die Banken im Anleihegeschäft mit dem Staat – bei einer Inflation von derzeit rund 22 Prozent. Wegen der Rekordgewinne der Banken haben deren Aktien die Börse Venezuelas dieses Jahr mit einem Gewinn von fast 300 Prozent zum erfolgreichsten Aktienmarkt weltweit gemacht. García-Velutini empört sich: "Wie kann eine Regierung solche Gewinne erlauben?"

Eine Erklärung ist, dass sich Chávez mit seiner investitionsfeindlichen und interventionistischen Wirtschaftspolitik in eine ausweglose Lage manövriert hat – und das Ende womöglich kurz bevorsteht: Der gerade wiedergewählte und an Krebs erkrankte Chávez lässt sich noch immer auf Kuba behandeln, und nun steht sogar seine Vereidigung zur vierten Amtszeit am 10. Januar infrage. Sollte Chávez nicht antreten können, muss nach der Verfassung in 30 Tagen ein Nachfolger gewählt werden. Dieser könnte wieder aus dem Chávez-Lager stammen – oder der Opposition angehören, wie Henrique Capriles, der im Oktober zwar gegen Chávez verlor, bei den gerade stattgefundenen Gouverneurswahlen jedoch erneut erfolgreich war. Wer auch immer die Wahl gewinnt, übernimmt Verantwortung in einem Staat, der kurz vor der Pleite steht.

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