Huthi-Rebellen: China lässt Staatsbürger aus dem Jemen bringen

Huthi-Rebellen: China lässt Staatsbürger aus dem Jemen bringen

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Die Arabische Liga geht mit ihrer Gipfelentscheidung weiter auf Konfrontation zur Regionalmacht Iran, die als Unterstützer der schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen gilt.

Eine von Saudi-Arabien geführte Allianz bombardiert seit Tagen Stellungen der Huthi-Rebellen im Jemen. Der Krieg ist aber eine Machtdemonstration gegen den Iran - und ruft einen ungewöhnlichen Verbündeten auf den Plan.

Im Jemen stehen die Zeichen auf Krieg. Saudi-Arabiens neuer König Salman kündigte auf einem Gipfeltreffen der Arabischen Liga an, die von seinem Land geführte arabische Allianz werde ihre Angriffe solange fortsetzen, bis im Jemen wieder Frieden und Stabilität herrschten. Kampfflugzeuge bombardierten am Sonntag den vierten Tag in Folge Stellungen der schiitischen Huti-Rebellen. Die Aufständischen haben in den vergangenen Monaten große Teile des Landes und die Hauptstadt Sanaa unter Kontrolle gebracht. Zuletzt stießen sie bis in die südjemenitische Hafenstadt Aden vor. König Salman machte den Iran, ohne ihn namentlich zu nennen, für die Jemen-Krise verantwortlich. „Fremde Kräfte“ hätten den Aufstieg der Huthis ermöglicht. Jemens Präsident Hadi bezeichnete die Aufständischen als „Handlanger des Irans“. Die Luftschläge müssten weitergehen, „bis sich die Huthi-Bande ergibt“.

Das sunnitische saudische Königshaus und der schiitische Iran sind derzeit die größten Rivalen im Nahen Osten - im Jemen führen beide eine Art Stellvertreterkrieg. Die iranische Regierung hat bis jetzt zurückhaltend auf die Jemen-Krise reagiert. Präsident Hassan Ruhani wolle mit der Jemen-Krise die erhoffte Einigung im Atomstreit in Lausanne nicht gefährden, so Beobachter in Teheran.

Die Akteure des Konflikts im Jemen

  • Die Huthis

    Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Im vergangenen September eroberten rund 30.000 Anhänger die Hauptstadt Sanaa, Anfang des Jahres setzten sie dort Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung in deren Häusern fest. Binnen weniger Wochen brachten sie die Westküste und den Süden des Landes unter Kontrolle.

  • Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi

    Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi gelang im Februar die Flucht aus Sanaa in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er weiterzuregieren versuchte. Als die Huthis vorrückten, musste der von den USA und Saudi-Arabien unterstützte Staatschef auch seine dortige Residenz verlassen. Sein neuer Aufenthaltsort war zunächst unklar.

  • Saudi-Arabien

    Saudi-Arabien hat als reichster Golfstaat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten. Seit Donnerstag fliegt die Monarchie Luftangriffe gegen Huthi-Stellungen.

  • Der Iran

    Der Iran versucht hingegen als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen und forderte einen Stopp der militärischen Angriffe Saudi-Arabiens.

  • Ex-Präsident Ali Abdullah Salih

    Ex-Präsident Ali Abdullah Salih schlug einst Aufstände der Huthis nieder, heute gilt er als heimlicher Verbündeter der Rebellen. Die UN werfen ihm vor, das Chaos im Jemen geschürt zu haben und einen Weg zurück an die Macht zu suchen. Der Langzeitherrscher war nach Protesten gegen ihn Anfang 2012 zum Rücktritt gezwungen worden.

  • Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel

    Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten gelten als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. Mit ihren Anschlägen gegen die schiitischen Huthis punkten sie vor allem bei ärmeren sunnitischen Stämmen.

China will unterdessen rund 500 seiner Staatsbürger aus dem Krisenland Jemen bringen lassen. Dazu seien drei Marineschiffe zum Hafen von Aden umgeleitet worden, meldeten Staatsmedien am Montag. Bei den Auseinandersetzungen im Jemen ist bislang kein chinesischer Staatsbürger zu Schaden gekommen. Es ist erst das zweite Mal, dass die Volksrepublik ihr Militär zu einer solchen Mission einsetzt. 2011 entsandte sie Kriegsschiffe und Transportflugzeuge, um rund 35 000 Chinesen aus dem Bürgerkrieg Libyen in Sicherheit zu bringen.

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Zudem setzt Peking vorübergehend seine Teilnahme an internationalen Patrouillen im Golf von Aden aus, die somalische Piraten stoppen sollen, wie der Verband der chinesischen Schiffseigner auf seiner Webseite mitteilte. Wann die Patrouillen wieder aufgenommen werden sollen, ist unklar. China ist seit Dezember 2008 an der Mission beteiligt und hat insgesamt 19 Geschwader in die Region geschickt.


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