Huthi-Rebellen im Jemen: Iran schickt Kriegsschiffe vor jemenitische Stadt Aden

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Huthi-Rebellen im Jemen: Iran schickt Kriegsschiffe vor jemenitische Stadt Aden

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Immer weitere Nationen greifen in den Kampf gegen die Huthi-Rebellen ein.

Vor die heftig umkämpfte jemenitische Hafenstadt Aden hat der Iran zwei Kriegsschiffe entsandt. Offiziell sollen der Zerstörer und das Versorgungsschiffiranische Schiffe im Golf von Aden vor Piraten schützen.

Der Iran gilt als Unterstützer der schiitischen Huthi-Rebellen, die seit Tagen versuchen, die strategisch wichtige Metropole am Ausgang des Roten Meeres zu erobern. Einwohner berichteten am Mittwoch, Dutzende der Huthi seien bei Kämpfen mit örtlichen Milizen um das Stadtzentrum getötet worden. Um den Vormarsch der Huthi zu bremsen, bombardiert Saudi-Arabien mit Unterstützung anderer arabischer Staaten seit zwei Wochen die Rebellen. Die USA verstärkten ihre Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und deren Verbündete.

Einwohner Adens berichteten, Huthi-Kämpfer seien mit einem Panzer und zwei gepanzerten Fahrzeugen in das zentrale Stadtviertel Crater eingedrungen. Viele Häuser hätten nach Raketentreffern Feuer gefangen. Familien harrten in ihren Wohnungen aus, während um jeden Straßenzug gekämpft worden sei. In den nördlichen Stadtbezirken habe es drei heftige Detonationen gegeben, die wahrscheinlich auf Luftangriffe zurückzuführen seien.

Die Akteure des Konflikts im Jemen

  • Die Huthis

    Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Im vergangenen September eroberten rund 30.000 Anhänger die Hauptstadt Sanaa, Anfang des Jahres setzten sie dort Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung in deren Häusern fest. Binnen weniger Wochen brachten sie die Westküste und den Süden des Landes unter Kontrolle.

  • Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi

    Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi gelang im Februar die Flucht aus Sanaa in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er weiterzuregieren versuchte. Als die Huthis vorrückten, musste der von den USA und Saudi-Arabien unterstützte Staatschef auch seine dortige Residenz verlassen. Sein neuer Aufenthaltsort war zunächst unklar.

  • Saudi-Arabien

    Saudi-Arabien hat als reichster Golfstaat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten. Seit Donnerstag fliegt die Monarchie Luftangriffe gegen Huthi-Stellungen.

  • Der Iran

    Der Iran versucht hingegen als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen und forderte einen Stopp der militärischen Angriffe Saudi-Arabiens.

  • Ex-Präsident Ali Abdullah Salih

    Ex-Präsident Ali Abdullah Salih schlug einst Aufstände der Huthis nieder, heute gilt er als heimlicher Verbündeter der Rebellen. Die UN werfen ihm vor, das Chaos im Jemen geschürt zu haben und einen Weg zurück an die Macht zu suchen. Der Langzeitherrscher war nach Protesten gegen ihn Anfang 2012 zum Rücktritt gezwungen worden.

  • Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel

    Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten gelten als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. Mit ihren Anschlägen gegen die schiitischen Huthis punkten sie vor allem bei ärmeren sunnitischen Stämmen.

Ein regierungstreuer Milizionär sagte, ein Panzer und ein gepanzertes Fahrzeug der Huthis seien zerstört worden. Mindestens 22 Kämpfer seien dabei ums Leben gekommen. Von den Moscheen wurden die Männer zum "Heiligen Krieg" gegen die Huthi aufgerufen, berichteten Einwohner. Trotz der Kämpfe gelang es der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen nach eigenen Angaben, 2,5 Tonnen medizinisches Material in Aden anzulanden.

Auch ein Luftwaffenstützpunkt rund 50 Kilometer nördlich der Hafenstadt sei bombardiert worden, berichteten Anwohner. Diesen hätten Soldaten des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh, die sich mit den Huthi verbündet haben, allerdings weiter unter Kontrolle. Am Vortag waren die Huthi-Kämpfer nach Angaben regierungstreuer Milizionäre aus dem Zentrum Adens in die nördlichen Stadtgebiete zurückgeworfen worden.

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Saudi-Arabien und seine Verbündeten fliegen kontinuierlich Angriffe auf Waffendepots, Stellungen und Konvois der schiitischen Huthi-Milizen, die den Jemen weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht haben. Den Vormarsch auf Aden, die letzte Hochburg des nach Saudi-Arabien geflüchteten sunnitischen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi, konnten die Luftangriffe aber bislang nicht aufhalten.

Unterstützung erhält Saudi-Arabien auch von den USA. Der stellvertretende Außenminister Antony Blinken sagte am Dienstag bei einem Besuch in Riad, die USA würden ihre Waffenlieferungen an das Königreich beschleunigen. Zudem hätten sie eine gemeinsame Koordinationsstelle im Operationszentrum der saudiarabischen Streitkräfte eingerichtet, die auch mit mehr Geheimdienstinformationen versorgt würden. US-Verteidigungsminister Ash Carter sagte bei einem Besuch in Japan, neben den Huthi-Milizen habe auch Al-Kaida im Jemen Geländegewinne erzielt und weitere Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht.

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