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exklusivIHS-Chefökonom Behravesh: USA könnten wieder um bis zu 3,5 Prozent wachsen

10. November 2012
von Malte Fischer

Die USA könnten schon im nächsten Jahr wieder kräftig wachsen. Nariman Behravesh, Chefökonom des US-Analyseinstituts IHS, sieht aktuell gute Voraussetzungen in der US-Wirtschaft, um wieder auf einen kräftigeren Wachstumskurs zurück zu kehren.

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„Wenn die Politiker das Schuldenproblem in den Griff bekommen, kann die US-Wirtschaft ab Ende des nächsten Jahres mit Raten von 3,0 bis 3,5 Prozent wachsen und diese Raten ein bis zwei Jahre lang halten“, sagte Behravesh der am Montag erscheinenden WirtschaftsWoche. „Der Immobilienmarkt hat sich in den vergangenen Monaten spürbar erholt. Die Hypothekenzinsen sind niedrig und die Häuserpreise stark gesunken. Das nutzen Bürger und Investoren, um günstig in den Häusermarkt einzusteigen. Dessen Erholung wird sich daher fortsetzen und das Wachstum stützen.“

Sollte es beim Streit um den Haushalt allerdings keinen Kompromiss geben, erwartet der Chefökonom erhebliche Belastungen und eine Abstufung der USA durch die Ratingagenturen. „Die Ratingagenturen werden wohl warten, wie die Verhandlungen zwischen Regierung und Kongress ausgehen. Wenn bis Mitte nächsten Jahres allerdings kein tragfähiger Kompromiss zum Schuldenabbau vorliegt, werden sie die Kreditwürdigkeit der USA wohl herabstufen.“ Damit würde die Finanzierung des Haushaltsdefizits noch teurer. „Die Zinsen würden steigen und die Fed in eine schwierige Lage bringen. Unternimmt die Notenbank nichts, riskiert sie einen Dämpfer für die Konjunktur.“

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Allerdings glaubt Behravesh, dass sich Demokraten und Republikaner nun zusammenraufen werden. „Was das Schuldenlimit betrifft, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Politiker die Märkte noch einmal so verunsichern werden wie im Sommer 2011.“ Dabei sieht der Analyst bereits Kompromisslinien. „Die Chance besteht darin, die strukturelle Reform mit der Haushaltskonsolidierung zu verbinden. Obama könnte die Republikaner ins Boot holen, wenn er die von ihnen geforderte Senkung der Steuersätze mit der Streichung von Steuerprivilegien verknüpft. Das Ergebnis wäre ein einfacheres Steuersystem mit einer breiteren Basis, das dem Staat mehr Einnahmen liefert. Hinzu kommen müssten kräftige Kürzungen bei den Ausgaben im Gesundheitswesen. Dort drohen die Kosten in den nächsten Jahren im Zuge der demografischen Entwicklung sonst zu explodieren.“

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