Immobilien: Sorgen um die China-Blase

Immobilien: Sorgen um die China-Blase

Bild vergrößern

Ein Mann geht an der Bank von China vorbei. die Angst vor einer Blase wächst.

von Matthias Kamp

Mit zum Teil drastischen Schritten hat Chinas Regierung in den vergangenen Wochen versucht, den heiß gelaufenen Immobilienmarkt abzukühlen. Die Angst vor einem Crash konnte Peking mit den Maßnahmen nicht zerstreuen.

In kleiner Runde brachten Vertreter der chinesischen Bankenaufsicht CBRC am vergangenen Montag in Peking ihre Sorgen auf den Punkt. Man werde mit rigorosen Maßnahmen dafür sorgen, dass Chinas Banken die Vergabe von Krediten, etwa an Stahl- und Zementhersteller in den nächsten Monaten drastisch zurückfahren. Auch die Investmentgesellschaften der Provinz- und Lokalregierungen, betonten die CBRC-Vertreter, könnten nicht mehr mit neuen Darlehen rechnen.

Was die Bankenaufseher umtreibt, ist die Angst vor einem Anstieg der faulen Kredite in den Büchern der chinesischen Banken. Vor allem die in der jüngsten Vergangenheit teils unvernünfige Kreditvergabe an den Immobiliensektor treibt den Aufsehern zunehmend den Schweiß auf die Stirn. Die Wahrscheinlichkeit sei 2010 gestiegen, dass sich einige Kredite zu substanziellen Risiken und Verlusten entwickelten, heißt es bei der CBRC. Bei einigen Banken sei das Risikomanagement unangemessen gewesen.

Anzeige

Mit dem billigen Geld der Banken haben die Immobilienfirmen in den vergangenen Jahren immer neue Luxusapartments und Häuser gebaut, die Preise haben teils schwindelerregende Höhen erreicht. Im April lagen die Wohnungspreise in 70 Großstädten Chinas um 12,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Besonders die großen Metropolen im Osten des Landes verzeichneten in den letzten Jahren kräftige Preisanstiege. Zwischen Januar 2005 und Januar 2010 verteuerten sich Wohnungen und Häuser etwa im südchinesischen Shenzhen um 300 Prozent. In Shanghai stiegen die Preise im selben Zeitraum um 132 Prozent. In der Hauptstadt Peking muss ein Durchschnittshaushalt inzwischen 17 Jahreseinkommen aufbringen, um sich eine 100 Quadratmeter-Wohnung kaufen zu können.

Landesweiter Zusammenbruch unwahrscheinlich

Dass diese Entwicklung ungesund ist, bestreitet kaum ein Experte. Chinas Regierung hat darum in der jüngsten Vergangenheit eine Reihe von Schritten eingeleitet, um den Markt abzukühlen. So haben die Behörden die Mindestsätze für das Eigenkapital, das ein Wohnungskäufer mitbringen muss, erhöht. Wer etwa eine zweite Wohnung kaufen will, muss 50 Prozent der Kaufsumme mitbringen. In Peking hat die Regierung den Kauf einer dritten Wohnung verboten, selbst wenn der Käufer sie zu 100 Prozent aus der eigenen Tasche zahlt. Die Maßnahmen zeigen offenbar Wirkung. In den letzten Wochen sind die Wohnungspreise in Peking, Shanghai und Shenzhen um rund 20 Prozent gefallen.

Ein landesweiter Zusammenbruch des Immobilienmarktes ist indes unwahrscheinlich. Denn außerhalb der Ballungsräume Peking, Shanghai und Shenzhen sind die Preise für Wohnungen und Häuser in den letzten Jahren eher moderat gestiegen. In Städten im Westen Chinas wie Chengdu, Chongqing oder Xi’An liegen die Quadratmeterpreise für eine Wohnung bei einem Zehntel bis einem Fünftel dessen, was ein Käufer in Peking aufbringen muss. Chinas Immobilienmarkt ist extrem diversifiziert. Blasen und Überkapazitäten gibt es vor allem im Osten des Landes.

Dazu kommt: Trotz eines Anstiegs der Vergabe von Baudarlehen in den letzten Jahren, sind die chinesischen Banken weitaus weniger exponiert als etwa die amerikanischen Institute kurz vor Ausbruch der Finanzkrise. So machen die Hypotheken in China etwa 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. In den USA betrug die Quote auf dem Höhepunkt 79 Prozent. Bei der China Merchants Bank etwa schwoll das Hypothekenbuch 2009 zwar um 70 Prozent an. Trotzdem machen die Baudarlehen nur 23 Prozent der gesamten Kredite der Bank aus. Bei den anderen großen Banken Chinas beträgt der Anteil sogar weniger als 20 Prozent. Selbst wenn Teile der Kredite uneinbringbar werden – ein Zusammenbruch des Bankensystems würde dies nicht zur Folge haben.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%