Immobilienmarkt: Hoffnungsschimmer in Dubai

Immobilienmarkt: Hoffnungsschimmer in Dubai

Bild vergrößern

Baustelle Dubai - in der Mitte der Burj Khalifa

von Hans Jakob Ginsburg

In Dubai stabilisiert sich der Immobilienmarkt - ein beruhigendes Indiz für alle, die vor ein paar Monaten die bisherige Boomtown schon als Verursacher einer neuen globalen Finanzkrise ausmachten.

Ziemlich genau vor drei Monaten geriet das Emirat Dubai ins Taumeln: Das staatseigene Konglomerat Dubai World musste um Zahlungsaufschub für seine Schulden betteln, am Dubaier Flughafen waren die riesigen Parkplätze überfüllt mit Autos von Expats, die Hals über Kopf die einstige Wirtschaftswunder-Oase verlassen hatten, und Emir Mohammed musste dem mit 828 Metern höchsten Gebäude der Welt bei der Einweihung zähneknirschend den Namen Burj Khalifa geben - Khalifa-Turm nach seinem Rivalen Emir Khalifa von Abu Dhabi, der ihn Nachbarn mit einer zweistelligen Milliardenspritze aus der Pleite gerettet hatte, unter allen möglichen Auflagen.

Und wie jeder wusste wusste, war das die gerechte Sprache für Größenwahn, für den absurden Immobilienboom der vergangenen Jahre, als rund um den Khalifa-Turm jeder fünfte weltweit eingesetzte Baukran arbeitete.

Anzeige

Um so erstaunlicher, was sich jetzt tut. “Wir bekommen immer noch Aufträge in Dubai”, versichert Andrew McNaughton, Vorstandsmitglied des britischen Baukonzerns Balfour Beatty, der mit der Dubai Mall vor drei Jahren das angeblich größte Einkaufszentrum der Welt gebaut hat.

Preise steigen wieder

Tatsächlich: In der "Burj-Khalifa-Dowtown" von Dubai, der Science-Fiction-artigen Hochhauslandschaft rund um das neue Riesengebäude, sinken die Wohnungsmieten nicht mehr. Arabiens Banken sind besser durch die Finanzkrise gekommen als ihre amerikanischen und europäischen Konkurrenten, Touristen strömen aus dem immer noch kalten Europa ins Ländchen, und wer in Saudi-Arabien nach wie vor gut am Erdöl verdient, bringt seine Familie und sein Geld immer noch gerne nach Dubai. Das außerdem auch von der zunehmenden politischen Isolierung des unheimlichen Nachbarn auf der anderen Seite des Persischen Golfs profitiert: Der Iran wickelt in Erwartung verschärfter westlicher Sanktionen immer mehr Geschäfte heimlich über Dubai und die anderen arabischen Scheichtümer ab.

All das generiert Nachfrage nach komfortablem Wohnraum. Wer eine kleine Wohnung auf einem der künslichen Inselchen kaufen will, die aus der Luft wie eine Palme aussehen, muss derzeit umgerechnet 42.000 Euro zahlen, berichtet der Wirtschaftsdienst “arabianbusiness.com”. Vor einem Vieteljahr, am Tiefpunkt, waren es 2000 Euro weniger.

Eine kaufkräftigere Klientel hat Nadia Zaal im Visier. Die junge Immobilienunternehmerin, Dubaier Landeskind und Absolventin der London School of Economics, lässt gerade ein Bauprojekt mit 49 Villen mit hübschem Meerblick zum Durchschnittspreis von sieben Millionen US-Dollar feststellen. “Alle Leute sagen, Lususprojekte müssen jetzt schwer getroffen haben – aber am Ende des Tages haben wir noch eine Menge Liquidität in der Region.”

Das ist sicher richtig, hat aber aus Dubaier Sicht einen Schönheitsfehler. Frau Zaal lässt nicht in ihrer Heimatstadt bauen, sondern in Abu Dhabi.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%