Indien: Anschläge überschatten Beginn der Parlamentswahl

Indien: Anschläge überschatten Beginn der Parlamentswahl

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Wählerinnen vor der Stimmabgabe im indischen Bundesstaat Orissa

Überschattet von Angriffen maoistischer Rebellen mit mehreren Toten hat heute in Indien die erste von fünf Etappen der Parlamentswahl begonnen.

Zehntausende Polizisten und Soldaten waren im Einsatz, um die Sicherheit in der größten Demokratie der Welt zu gewährleisten. Vor den Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen. In Indien mit seinen 1,2 Milliarden Menschen wird aus logistischen Gründen und wegen der Sicherheit in mehreren Schritten gewählt.

Den Anfang machten die Wähler in mehreren Unionsstaaten im mittleren und östlichen Teil des Landes. Das Gesamtergebnis des Wahlmarathons wird am 16. Mai erwartet.

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Einen klaren Regierungsauftrag für eine der Parteien wird es wohl nicht geben. Umfragen zufolge kann weder die regierende Kongresspartei noch die Bharatiya-Janata-Partei (BJP) der Hindu-Nationalisten mit einer Mehrheit rechnen. Beide sind dann für eine regierungsfähige Koalition auf kleinere Parteien angewiesen. Insgesamt sind rund 714 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, das 543 Sitze zählende Parlament neu zu bestimmen. Heute ging es zunächst um 124 Mandate.

Anschläge maoistischer Rebellen

Die Kongresspartei konnte zwar auf einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung in den vergangenen Jahren verweisen, der aber durch die derzeitige weltweite Wirtschaftskrise erheblich gebremst wurde. Kritisiert wurde sie auch wegen ihres Vorgehens beim Terroranschlag von Mumbai im November, bei dem Terroristen die Millionenstadt drei Tage in Atem hielten und 164 Menschen töteten.

Aber die Rivalen von der BJP stehen nicht viel besser da. Die Führung ist zersplittert und veraltet. Zudem wird ihr angelastet, die Spannungen zwischen Muslimen und Hindus in Indien verschärft zu haben.

Im östlichen indischen Unionsstaat Jharkhand griffen mutmaßliche maoistische Rebellen am Morgen eine Patrouille an und töteten fünf Soldaten. Im benachbarten Staat Bihar wurde bei einem Angriff auf ein Wahllokal ein Polizist getötet. Die Rebellen kämpfen schon seit Jahrzehnten gegen die Regierung, der sie vorwerfen, die Bodenschätze der Region auszubeuten. Allein seit Samstag wurden bei Angriffen fast 20 Polizisten getötet.

Auch im nordöstlichen Staat Assam waren die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verstärkt worden. Die Behörden hofften trotz der Angriffsdrohungen von Rebellen auf eine hohe Wahlbeteiligung.

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