Indien: Investoren-Werbung trifft auf Mahnungen

Indien: Investoren-Werbung trifft auf Mahnungen

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Indien: Investoren-Werbung trifft auf Mahnungen

Die deutsche Wirtschaft hat auf das Werben des indischen Regierungschefs Narendra Modi um Investoren mit Mahnungen und Warnungen reagiert.

"Wir laden deutsche Unternehmen ein, sich bei Projekten zu engagieren und sich an Partnerschaften zu beteiligen", sagte Modi anlässlich seines Deutschland-Besuchs dem "Handelsblatt" vom Montag. Sein Land biete "immense Möglichkeiten" und wolle insbesondere den deutschen Mittelstand als Partner für die Wirtschaft gewinnen. Dazu merkte allerdings der Asien-Pazifik-Ausschuss der deutschen Wirtschaft kritisch an, Indien mache es mit mangelnder Rechtssicherheit, einer schwerfälligen Verwaltung und fehlender Infrastruktur deutschen Firmen schwer, sich für Investitionen zu entscheiden. Das gelte vor allem für kleine und mittelständische Firmen. Modi trifft am Montag zu seinem Deutschland-Besuch in Berlin ein und wird im Rahmen dessen von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen. Am Dienstag werden er und Merkel bei einer Wirtschaftskonferenz in der Bundeshauptstadt sprechen.

Indien gehört derzeit zu den am schnellsten wachsenden Schwellenländern mit einem aktuellen wirtschaftlichen Wachstum von über sieben Prozent im Jahr. Damit übertrifft das Land inzwischen auch die Weltwachstumslokomotive China. Für die deutsche Wirtschaft allerdings rangiert das Land mit einem Warenaustausch von gut 17,4 Milliarden Euro im Jahre 2016 nur knapp in den Top 25 der Handelspartner in der Welt. Allerdings wuchsen die deutschen Exporte nach Indien im ersten Quartal um 19 Prozent. Die deutschen Investitionen in am asiatischen Land beliefen sich zuletzt auf rund 17 Milliarden Euro. Modi nahm für seine Regierung in Anspruch, die Bedingungen für Investoren aus dem Ausland in den vergangenen Jahren erheblich verbessert zu haben. "Indien gilt heute als eine der offensten Volkswirtschaften in der Welt", betonte er. Angesichts der aktuellen Debatten über den Kurs von US-Präsident Donald Trump bekannte er sich ausdrücklich zum freien Welthandel. "Der Protektionismus und die Fremdenfeindlichkeit weltweit bereiten uns Sorgen", sagte er. "Wir hoffen, dass dieses Thema angesprochen wird", sagte er auch mit Blick auf den G20-Gipfel Anfang Juli in Hamburg. Die Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer sollte das Wachstum in der Welt durch koordinierte Ansätze fördern.

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Der Vorsitzende des Asien-Pazifik-Ausschusses, Hubert Lienhard, kritisierte die Aufkündigung des bilateralen Investitionsschutzabkommens zwischen beiden Ländern. Das habe zur Verunsicherung bei deutschen Firmen beigetragen. Eine Folge dieses Schrittes sei auch, dass Investitionen in Indien nicht mehr mit Bundesgarantien abgedeckt werden könnten. Lienhard fordere eine rasche Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien. "Der Abschluss des Abkommens wäre ein wichtiges Signal an deutsche Investoren", sagte er.

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