Indonesien wählt Präsidenten: Provinzpolitiker oder Geschäftsmann?

Indonesien wählt Präsidenten: Provinzpolitiker oder Geschäftsmann?

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Bei der Präsidentenwahl in Indonesien liegt nach ersten Hochrechnungen der Bürgermeister von Jakarta, Joko Widodo, in Führung.

Die drittgrößte Demokratie der Welt wählt einen neuen Präsidenten: Indonesien muss sich zwischen einem Provinzpolitiker und einem gestandenen Ex-General entscheiden - der Jüngere gilt als Favorit.

In Indonesien ist die Präsidentenwahl nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen zweier völlig gegensätzlicher Kandidaten zu Ende gegangen. Die 190 Millionen Wähler mussten sich zwischen dem erfolgreichen, aber international wenig erfahrenen Bürgermeister von Jakarta, Joko Widodo (53), und Ex-General Prabowo Subianto (62), einem erfolgreichen Geschäftsmann, entscheiden. Indonesien ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt. Extremisten haben kaum Rückhalt. Die große Mehrheit praktiziert einen moderaten Islam.

Beide Kandidaten lagen in den Umfragen zuletzt Kopf an Kopf, mit Vorteilen für den Bürgermeister, genannt Jokowi. „Ich bin sehr zuversichtlich“, sagte Jokowi bei der Stimmabgabe in Jakarta. Metro TV veröffentlichte schon vor dem Schließen der letzten Wahllokale einen ersten Trend aus dem Osten des Landes: Dort liege Jokowi mit 58,7 Prozent vor Prabowo mit 41,3 Prozent, hieß es. Aber der Sender betonte: Es sei erst ein Prozent der Stimmen dort ausgezählt worden.

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Der schmächtige Jokowi stammt aus ärmlichen Verhältnissen und machte als erfolgreicher Provinzpolitiker Furore, ehe die Hauptstadt Jakarta ihn 2012 zum Bürgermeister wählte. Er gilt als effizienter Korruptionsbekämpfer und Mann des Volkes, der gerne unangemeldet durch Stadtteile streicht und mit den Leuten spricht. Prabowo hat in den USA studiert, ist reich und weltgewandt. Er kämpft aber seit Jahren gegen Vorwürfe schwerer Menschenrechtsverletzungen. Kritiker lasten ihm Massaker im besetzten Osttimor in den 1970er Jahren und Verantwortung für die Entführung von Demokratie-Aktivisten vor dem Ende der Suharto-Diktatur 1998 an. Von 13 fehlt bis heute jede Spur. Prabowo war mit Suhartos Tochter verheiratet.

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„Was passiert, wenn das Ergebnis so eng ist, das keiner zufrieden ist (und die Niederlage einräumt)?“ schrieb das RSIS-Institut in Singapur am Mittwoch in einer Analyse. „Wähler könnten mit Vorwürfen von Wahlbetrug auf die Straße gehen“, warnte das Institut. Gut 370.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um fast eine halbe Million Wahllokale zu schützen. Die Wahl verlief auf den unzähligen, über mehr als 5000 Kilometer in Ost-West-Ausrichtung verteilten Inseln friedlich.

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