Indonesischer Botschafter: Verdächtige bekam 90 Dollar für Attacke auf Kim Jong Nam

Indonesischer Botschafter: Verdächtige bekam 90 Dollar für Attacke auf Kim Jong Nam

, aktualisiert 25. Februar 2017, 11:02 Uhr
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Angesichts der Vorfälle der letzten Wochen, beginnen die politischen Beziehungen Nordkoreas zu bröckeln.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Giftmord an Kim Jong Nam und ein Raketentest belasten Pjöngjangs politische Beziehungen. Malaysia droht einem nordkoreanischen Diplomaten mit Haftbefehl. Ein Treffen mit US-Vertretern ist offenbar geplatzt.

Kuala Lumpur, SeoulMalaysia droht einem nordkoreanischen Diplomaten nach dem Mord an Kim Jong Nam mit Haftbefehl. Sollte der zweite Sekretär an der nordkoreanischen Botschaft in Kuala Lumpur nicht freiwillig mit den Ermittlern zusammenarbeiten, werde die Polizei weitere Schritte einleiten, sagte der zuständige Polizeichef am Samstag. Dabei sei auch ein gerichtlicher Haftbefehl möglich. Neben dem Diplomaten wird gegen mehrere weitere Nordkoreaner ermittelt. Zwei Frauen aus Vietnam und Indonesien sowie ein Nordkoreaner befinden sich in Haft.

Der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un war am 13. Februar am Flughafen Kuala Lumpur zusammengebrochen und auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Nach Angaben der Ermittler wurde er durch das Nervengift VX getötet. Malaysia ist eines der wenigen Länder, das Beziehungen zu dem kommunistisch geführten Nordkorea unterhält. Der Fall belastet das Verhältnis beider Staaten inzwischen schwer.

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Der getötete Kim lebte mit seiner Familie in Macau unter dem Schutz der chinesischen Regierung. Er hatte sich kritisch über die Familiendynastie in seiner Heimat geäußert. Südkoreanischen Regierungskreisen zufolge erteilte Nordkoreas Machthaber bereits vor Jahren den Auftrag zur Ermordung seines älteren Halbbruders.

Der bizarre Todesfall nimmt immer groteskere Züge an. Eine festgenommene Tatverdächtige aus Indonesien habe 90 Dollar (rund 85 Euro) dafür erhalten, um dabei zu helfen, den mutmaßlichen Giftmord an Kim Jong Nam zu verüben, sagte der stellvertretende indonesische Malaysia-Botschafter Andriano Erwin am Samstag. Er wiederholte die Behauptung der Verdächtigen, sie habe geglaubt, in einem Fernsehstreich mitzuspielen. Erwin hatte die 25-Jährige am Samstag in Malaysia getroffen, wo sie in Gewahrsam sitzt.

Derweil ist der erste geplante Kontakt zwischen Nordkorea und US-Vertretern seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump einer Zeitung zufolge geplatzt. Ursprünglich habe sich die für Nordamerika zuständige Mitarbeiterin im nordkoreanischen Außenministerium, Choe Son Hui, am 1. und 2. März mit ehemaligen US-Behördenmitarbeitern in New York treffen sollen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Samstag. Allerdings habe das US-Außenministerium Choe ein Visum verweigert. Der Grund dafür sei unklar. Möglicherweise hätten der nordkoreanische Raketentest am 12. Februar und die Ermordung des Halbruders von Machthaber Kim Jong Un in Malaysia eine Rolle gespielt.

In Kreisen des US-Außenministerium hieß es, es seien keine derartigen Gespräche geplant gewesen. Angaben zu einzelnen Visa-Verfahren würden nicht gemacht. Das südkoreanische Außenministerium verwies darauf, dass dem Bericht zufolge weder die Regierung in Washington noch in Seoul an den Plänen beteiligt gewesen seien. Zuletzt hatte ein hochrangiger nordkoreanischer Vertreter 2011 die USA besucht. Trump hatte am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview erklärt, man sei „sehr wütend“ über den Raketentest und prüfe verschiedene Reaktionen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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