Industrie 4.0: Milliardenverträge bei Merkel-Besuch in China

Industrie 4.0: Milliardenverträge bei Merkel-Besuch in China

Beim Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in China wurden Wirtschaftsabkommen im Gesamtumfang von 18,6 Milliarden Euro unterzeichnet - mit Airbus an der Spitze.

China und Deutschland wollen die wirtschaftliche Zusammenarbeit trotz geringerer Wachstumsraten der chinesischen Wirtschaft ausbauen. Am Rande des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in China sind dazu am Donnerstag eine Reihe von Wirtschaftsverträgen im Gesamtvolumen von 18,6 Milliarden Euro unterzeichnet worden. Dazu gehören zwei Verträge mit dem europäische Luftfahrtkonzern Airbus über die Lieferung von 30 Flugzeugen des Typs A330 und 100 Flugzeugen des Typs A320. Allein diese beiden Abkommen haben nach offiziellen Angaben ein Volumen von 15,4 Milliarden Euro.

Sowohl Merkel als auch Chinas Ministerpräsident Li Keqiang betonten, dass vor allem die Zusammenarbeit im Bereich "Industrie 4.0", also der Verschmelzung von Industrieproduktion und Informationstechnologie, beiden Seiten große Chancen biete. Merkel betonte auf die Frage nach dem Wachstum, dass sie "natürlich Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Chinas habe". Li wiederum betonte die Bedeutung Deutschlands als Wirtschaftspartner und wies darauf hin, dass sein Land immer noch rund 30 Prozent des Wirtschaftswachstums weltweit beisteuere.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

  • Immobilienblase

    Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

  • Schattenbanken

    Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

  • Faule Kredite

    Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

  • Überkapazitäten

    Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

  • Internationale Krisen

    Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Zuletzt waren die Wachstumsraten des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) unter sieben Prozent gefallen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) glaubt, dass dieser Wert auch in den kommenden zwei Jahren nicht mehr überschritten wird. Li begründete die Zahlen vor allem mit einer Schwäche der Weltwirtschaft. Sowohl Merkel als auch Li sprachen sich für Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und China aus. Sie befürworte den "sehr schnellen" Abschluss des Investitionsabkommens zwischen der EU und China, sagte die Kanzlerin. Denn dies sei Voraussetzung für eine Machbarkeitsstudie über eine Freihandelszone.

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Die Kanzlerin setzte sich zudem für eine breitere internationale Einbindung Chinas in multilaterale Organisationen ein. So forderte sie, dass Chinas Währung in den Währungskorb des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgenommen werden solle. Auch einen Beitritt des Landes zur Europäischen Entwicklungsbank EBRD unterstütze sie.

Merkel hält sich zu einem zweitägigen Besuch in China auf und wird dabei von einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation begleitet - darunter vom neuen VW-Chef Matthias Müller. Der Volkswagen -Konzern vereinbarte am Rande des Besuches eine enge Kooperation mit der chinesischen Bank ICBC. Die Deutschen Börse AG wird mit der Shanghai Stock Exchange sowie der China Financial Futures Exchange (CEFTS) ein Joint Venture gründen. Die Voith AG hat eine Absichtserklärung mit der Firma China Three Gorges Corporation über die Lieferung von Turbinen für ein Wasserkraftwerk unterzeichnet.

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