Industrieminister Passera: Aus dem Bankhaus in die Politik

Industrieminister Passera: Aus dem Bankhaus in die Politik

, aktualisiert 17. November 2011, 15:45 Uhr
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Corrado Passera (r) ist bisher Chef der Großbank Intesa Sanpaolo.

von Regina KriegerQuelle:Handelsblatt Online

Der bisherige Bankenchef Corrado Passera wird in der neuen italienischen Regierung Superminister für Industrie, Infrastruktur und Transport. Er gilt als erfolgreicher Sanierer und soll für neues Wachstum sorgen.

RomCorrado Passera steht vor einer Herkulesaufgabe. Er soll das herbeischaffen, was Italien in der Vergangenheit am stärkten gefehlt hat: Wachstum. Mit der Benennung des Vorstandschefs der zweitgrößten italienischen Bank Intesa Sanpaolo zum Superminister hat der neue Regierungschef Mario Monti für eine Überraschung gesorgt. Passera verantwortet die Bereiche Industrie, Infrastruktur und Transport.

Mit der Zusammenlegung dieser drei Ministerien erhält Passera die erforderlichen Befugnisse, um die von den Europäern so dringend angemahnten Reformen anzugehen. „Ich will damit zeigen, dass ich Maßnahmen zur Ankurbelung des Wachstums in das Zentrum der Regierungsarbeit stellen will“, sagte Monti gestern.

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Zweieinhalb Stunden hatte er die Presse warten lassen, dann präsentierte Monti mit seiner Kabinettsliste nicht nur diese eine Überraschung. Denn der neuen italienischen Regierung wird kein einziger Politiker angehören. Der Mailänder Wirtschaftsprofessor Monti hat sich durchgesetzt und eine Ministerriege aus Fachleuten nach seinem Gusto zusammengestellt. Er selbst wird auch Superminister, übernimmt zusätzlich zum Amt des Premiers noch das Wirtschafts- und Finanzressort.

Der 56-jährige Passera aus Como, auf dem Montis größte Hoffnungen liegen, hat einen beeindruckenden Lebenslauf als Manager und Banker. Und er hat wie Monti an der Mailänder Wirtschaftsuniversität Bocconi studiert. Während der neue Premier danach die akademische Laufbahn einschlug und dann EU-Kommissar wurde, ging Passera jedoch in die Wirtschaft und erarbeitete sich einen guten Namen als Sanierer. So schaffte er es Ende der 1990er-Jahre etwa, dem Postunternehmen Poste Italiane ein ausgeglichenes Budget zu verschaffen.

Seit 2002 ist Passera bei Intesa, seit 2007 an der Spitze der fusionierten Großbank Intesa Sanpaolo, die vergleichsweise gut durch die Finanzkrise gekommen ist und für das dritte Quartal sogar ein leichtes Plus verbuchte.

Seine Kritik an der Regierung Berlusconi hat Passera nie versteckt. „Angesichts der Lage, in der wir uns befinden, hätte ich ein Wirtschaftsprogramm erwartet, dem alle zustimmen und das für Europa nicht nur unverbindliche Vorschläge bereithält“, sagte er wenige Tage vor Berlusconis Rücktritt. Zum Schicksal des hochverschuldeten Landes sagt er: „Wir müssen uns allein retten, jetzt gilt es, gut die Hausaufgaben zu machen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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