Infrastruktur: IWF ermutigt Staaten zu mehr Investitionen

Infrastruktur: IWF ermutigt Staaten zu mehr Investitionen

, aktualisiert 09. Oktober 2014, 17:47 Uhr
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Christine Lagarde: Mut zu Investitionen in die Infrastruktur.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, fordert die Staaten mit einer schwachen Konjunktur dazu auf, mehr in ihre Infrastruktur zu investieren.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat Länder mit lahmender Konjunktur zu mehr Infrastrukturausgaben ermutigt. „Das kann ein guter Weg sein, um kurzfristig das Wachstum zu unterstützen“, sagte sie am Donnerstag in Washington. Solche öffentlichen Investitionen seien nicht nur hilfreich, um schnell die Wirtschaft anzukurbeln. Sie könnten auch auf längere Sicht helfen, die Konjunktur zu beleben und Staatshaushalte zu entlasten.

Sie hoffe, die Staaten, für die solche Maßnahmen angemessen seien, bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank von ihrer Sicht überzeugen zu können, sagte Lagarde. Das Treffen der 188 Mitgliedsländer beginnt an diesem Freitag in der US-Hauptstadt. „Die Mitglieder müssen einen viel höheren Finanzeinsatz erbringen, der sich darauf richtet, das heutige Wachstum und das morgige Wachstumspotenzial entschieden zu erhöhen“, schrieb sie in einem Strategiepapier anlässlich der Veranstaltung.

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IWF-Chefin Christine Lagarde zeichnet ein trübes Bild der Weltwirtschaft. Quelle: AP

In seinem jüngsten Wirtschaftsausblick, der am Dienstag veröffentlicht worden war, hatte der Währungsfonds ausdrücklich Deutschland dazu aufgerufen, mehr Geld in Infrastrukturprojekte zu investieren. Die Bundesrepublik habe ihren Staatshaushalt saniert und könne sich solche Ausgaben leisten, ohne EU-Defizitvorschriften zu verletzen. Hintergrund ist der schwächere Wirtschaftsausblick für Deutschland. Der IWF senkte seine Prognose auf 1,4 Prozent in diesem Jahr. Im Juli hatte sie noch bei 1,9 Prozent gelegen.

Laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) prüft die Regierung angesichts der Konjunkturdelle eine Stärkung von Investitionen. „Wir müssen Investitionen eine höhere Priorität einräumen“, sagte er in Washington. Konjunkturprogrammen mit neuen Schulden erteilte er erneut eine Absage. Lagarde betonte, dass sich solche Ausgaben auf längere Sicht auch für die Staatshaushalte rechneten. „Es kann nicht nur wachstumsfreundlich, sondern auch schuldenfreundlich sein.“

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