Inside Africa: Wie Südafrika seine Touristen verschreckt

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Der Tafelberg im südafrikanischen Kapstadt.

Kolumne von Saskia Littmann

Tafelberg, tolle Strände, Safaris – eigentlich ist Südafrika der Traum vieler Globetrotter, der Tourismus trägt einen wichtigen Teil zur Wirtschaft bei. Doch ausgerechnet das Land selbst verschreckt nun die Einreisenden.

Atemberaubende Landschaften, komfortable Lodges und die „Big Five“, von Löwe über Elefant bis zum Leopard. Eigentlich hat Südafrika alles, damit Safari-Liebhaber ihre Ferngläser einpacken und sich ins nächste Flugzeug setzen. Aktuell schont der schwache südafrikanische Rand die Reisekasse, die Freude am Reisen müsste also noch größer sein.

Trotz aller Vorteile nehmen die Touristen aber zunehmend Abstand von einer Reise ans Kap. In den drei Monaten von Juni bis August dieses Jahres reisten rund elf Prozent weniger ins Land als im Vorjahr. Ein gewichtiger Grund dafür sind neue Visa-Regeln, welche die Regierung erlassen hat und die seit Juni vollständig in Kraft getreten sind.

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Bisher hatten Europäer das Privileg, völlig stressfrei einreisen zu dürfen. Bei Ankunft am Flughafen gab es einfach einen Stempel in den Pass, der einen touristischen Aufenthalt von bis zu drei Monaten erlaubt. Das gilt zwar immer noch. Allerdings müssen Familien nun für alle mitreisenden Kinder eine beglaubigte Geburtsurkunde vorweisen. Mit dieser neuen Regelung will die Regierung Kinderhandel bekämpfen.

Da nicht unbedingt davon ausgegangen werden kann, dass der Grenzkontrolleur bei der Ankunft am Flughafen deutsche Dokumente lesen kann, empfiehlt das Auswärtige Amt, die Unterlagen auf Englisch mitzunehmen.

Chinesen müssen hohe Kosten in Kauf nehmen

Für Reisende ist das nicht selten mit erheblichem Aufwand verbunden. Ist die Geburtsurkunde erstmal wiedergefunden, muss sie von offizieller Stelle übersetzt werden. Keiner will riskieren, mit einem einfachen Wisch nach einem mehr als zehnstündigen Flug von einem südafrikanischen Grenzbeamten abgewiesen zu werden.

Inside Africa Warum Südafrika Angst vor der Zinswende hat

Deutsche Sparer verbinden mit einer Zinswende die Hoffnung auf höhere Renditen. Die Südafrikaner dagegen fürchten einen weiteren Verfall ihrer Währung. Dabei macht der schwache Rand das Leben schon jetzt sehr teuer.

Südafrikanische Rand-Banknoten. Die Bevölkerung fürchtet sich vor der bevorstehenden Zinswende. Quelle: dpa

Dabei ist die Einreise für Europäer weiterhin einfach. Viel schwieriger haben es Touristen aus Ländern wie Russland oder China, in denen schon seit langem eine Visapflicht für Reisen nach Kapstadt oder Johannesburg besteht. Den Aufkleber im Pass gibt es seit dem vergangenen Jahr auch für Touristen nur noch nach persönlichem Vorsprechen auf der Botschaft. Vorher reichte das Einsenden des Reisepasses.

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