Internationaler Anschub: Chinas Wirtschaft legt stärker zu als erwartet

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Internationaler Anschub: Chinas Wirtschaft legt stärker zu als erwartet

Im zweiten Quartal 2014 wuchs die chinesische Wirtschaft um 7,5 Prozent. Doch Ökonomen warnen davor, die Zahlen zu ernst zu nehmen.

Chinas Wirtschaft gewinnt wieder etwas an Schwung. Im zweiten Quartal dieses Jahres zog das Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt leicht auf 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an, wie das Statistikamt am Mittwoch in Peking mitteilte. Es lag damit leicht über Analystenerwartungen. In beiden Quartalen zuvor hatten sich der Zuwachs auf zuletzt 7,4 Prozent verringert - das langsamste Wachstum seit 18 Monaten.
China liegt mit den jüngsten Zahlen wieder auf Kurs für das von der Staatsführung gesteckte Ziel von 7,5 Prozent Wachstum in diesem Jahr. Die Daten sind ein Hinweis darauf, dass sich die Wirtschaftsentwicklung in China stabilisiert und langsam wieder mehr Fahrt aufnimmt.

Ökonomen machten Regierungsprogramme für das leichte Anziehen der Konjunktur verantwortlich. In den vergangenen Monaten hatte Peking zusätzliche Ausgaben in Form von Steuerermäßigungen und Investitionen in Eisenbahn und sozialen Wohnungsbau veranlasst. Gleichzeitig geht aus Zahlen der Zentralbank vom Vortag hervor, dass trotz der Sorge um faule Kredite Chinas Finanzinstitutionen und Staatsbanken im Juni die Wirtschaft wieder mit deutlich mehr Krediten gestützt hat. Der Umfang der Kredite wuchs auf rund eine Billion Yuan (118 Milliarden Euro) nach rund 870 Milliarden Yuan im Mai.

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Die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen

  • Handelsvolumen

    China ist der nach Frankreich und den Niederlanden der größte Handelspartner Deutschlands. 2013 wurden Waren im Wert von mehr als 140 Milliarden Euro ausgetauscht. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass China in etwa zehn Jahren zum Handelspartner Nummer eins aufsteigen wird.

  • Exporte

    Die Exporte nach China summierten sich 2013 auf rund 67 Milliarden Euro. Exportschlager sind Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte. Für Unternehmen wie Audi ist China bereits der wichtigste Absatzmarkt.

  • Importe

    Die Chinesen schickten 2013 Waren im Wert von gut 73 Milliarden Euro hierher und damit etwa viermal so viel wie 2000. Vor allem Computer, Handys und Elektronik liefert der Exportweltmeister nach Deutschland. Weitere Verkaufsschlager sind Bekleidung und elektrische Ausrüstungen.

  • Investitionen

    Mehr als 26,5 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen bislang in China investiert. Etwa 4000 Firmen sind dort aktiv. Allein 2012 stiegen die deutschen Investitionen in der Volksrepublik um 28,5 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar. Umgekehrt zieht es immer mehr Chinesen nach Deutschland. 98 Unternehmen siedelten sich 2012 hierzulande neu an - China ist damit Auslandsinvestor Nummer drei, nach den USA und der Schweiz. 2000 Unternehmen sind inzwischen hier ansässig.

„Ohne einen Mikrostimulus der Regierung sähen die Wirtschaftsdaten verheerend aus“, sagte die bekannte Wirtschaftskommentatorin Ye Tan der Nachrichtenagentur dpa. Der Ökonom Shuang Ding von der Citibank sagte dem „Wall Street Journal“, dass die Regierungsausgaben Chinas Wirtschaft vermutlich bis ins zweite Halbjahr hinein antreiben würden. Zudem wuchsen Bedenken von Ökonomen, dass die offiziellen Konjunkturzahlen stark verzerrt sein könnten. In mehreren Untersuchungen warnten Forscher davor, sich auf die Angaben der chinesischen Statistikbehörde zu verlassen.

Aber auch mit 7,5 Prozent liegt China weit unter dem zweistelligen Turbo-Wachstum der vergangenen Jahrzehnte. Sollte es in diesem Jahr bei dem Tempo bleiben, wäre es das langsamste Wachstum seit 24 Jahren. 2012 und 2013 war Chinas Wirtschaft mit 7,7 Prozent jeweils im Vergleich zum Vorjahr so langsam wie zuletzt Ende der 90er Jahre gewachsen. Chinas Staatsführung will eine grundlegende Umstrukturierung der Wirtschaft anstoßen. Dafür will sie auch geringere Wachstumsraten in Kauf nehmen.

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Wichtige Frühindikatoren deuten auf eine leichte Verbesserung der Wirtschaftslage hin. Die Industrieproduktion legte im Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,2 Prozent etwas stärker als erwartet zu. Auch die Sachinvestitionen lagen mit einem Plus von 17,3 leicht über Analystenerwartungen.

Gleichzeitig blieben jedoch die Einzelhandelsumsätze im Juni mit 12,4 Prozent leicht hinter den Vorhersagen zurück. Im Vergleich zum Wachstum in Europa und den USA erscheinen Wachstumszahlen wie in China bemerkenswert, doch sind sie für ein Schwellenland wie China mit seinem Nachholbedarf nicht hoch. Experten sehen sechs oder sieben Prozent Wachstum als Untergrenze, um ausreichend Arbeitsplätze zu schaffen und Entwicklungsprobleme zu lösen.

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