Internationaler Währungsfonds: Strauss-Kahns Reformeifer trägt bei IWF erste Früchte

Internationaler Währungsfonds: Strauss-Kahns Reformeifer trägt bei IWF erste Früchte

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IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn gelingt die Reform der Stimmenverteilung beim internationalen Währungsfonds.

An diesem Wochenende stimmen die 185 Mitgliedsstaaten des Internationalen Währungsfonds über eine Neuverteilung der Macht ab. Dass der Reformvorschlag angenommen wird, gilt als sicher. Es ist der erste große Erfolg von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn, dem früheren französischen Finanzminister: Nur wenige hatten ihm so viel Durchsetzungskraft zugetraut.

Seinen ersten großen Erfolg als Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) kann Dominique Strauss-Kahn an diesem Wochenende verbuchen. Die 185 IWF-Mitglieder werden über eine Neuverteilung der Macht in der 1944 gegründeten Institution abstimmen. Es gilt als sicher, dass die für die Reform notwendige Mehrheit von 85 Prozent erreicht wird.

Der frühere französische Finanzminister, in seiner Heimat DSK genannt, hat damit geschafft, woran sein Vorgänger gescheitert ist: Aufstrebenden Volkswirtschaften und den ärmeren Mitgliedsstaaten zu einer stärkeren Stimme zu verhelfen. Lange hatten die Länder, die Einfluss abgeben sollten, geblockt. DSK ist nun ein Kompromiss gelungen, mit dem sich die Mehrzahl der IWF-Mitglieder arrangiert. „Wir können als Deutsche sehr zufrieden sein mit der Quotenformel“, findet beispielsweise Finanzminister Peer Steinbrück. Schließlich sinkt Deutschlands Stimmanteil auch nur von 5,9 auf 5,8 Prozent.

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Für DSK ist die Machtverschiebung „ein großer Schritt zur Modernisierung des Fonds“. Der Franzose weiß, dass er die Institution umbauen muss, wenn ihre Daseinsberechtigung nicht verlieren will. Noch zur Amstzeit seines Vorgängers Rodrigo Rato hatte der britische Zentralbankchef Mervyn King beispielsweise gewarnt, der IWF drohe in die „Bedeutungslosigkeit“ abzugleiten. In seinem Reformeifer streicht Strauss-Kahn auch gleich noch rund 400 Posten und reduziert so die Zahl der Mitarbeiter um 15 Prozent.

Die beherzte Herangehensweise des Franzosen überrascht viele Beobachter. Strauss-Kahn galt als Sozialist, den Präsident Nicolas Sarkozy nach Washington geschickt hatte, um die Opposition zu schwächen. Viele seiner Parteigenossen hatten sich geärgert, dass er das Spiel des Präsidenten nicht durchschaut hatte, sondern das Angebot geschmeichelt annahm. Nun zeichnet sich ab, dass er wohl eine gute Wahl für das Amt war.

Unmut erzeugt in Frankreich allein, dass der kleine Bruder von DSK, Marc-Olivier Strauss-Kahn, mit dem Segen des Finanzministeriums ebenfalls nach Washington umzieht. MOSK, wie ihn die französische Presse getauft hat, wird seinen bisherigen Posten als Nummer vier der Banque de France eintauschen gegen eine lukrative Aufgabe bei der Interamerikanischen Entwicklungsbank. Eigentlich hatte das Finanzministerium schon einen anderen Bewerber ausgeguckt für den mit 160.000 Euro dotierten Posten, bei dem 150.000 Euro Auslandszulage das Leben in Washington versüßen. Doch MOSK wollte seiner Frau folgen, die in Washington bei der Weltbank arbeitet.

Bruder Dominique Strauss-Kahn lässt derzeit ein Haus im Stadtteil Georgetown ausbauen, damit seine sechs Kinder darin Platz haben. Künftig kann die Familie Strauss-Kahn dort dann in großem Kreis zusammenkommen.

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