Internet auf der Überholspur: Obama greift in Debatte über Netzneutralität ein

Internet auf der Überholspur: Obama greift in Debatte über Netzneutralität ein

„Netzneutralität“ ist ein sperriges Wort, doch darum tobt eine heftige Debatte. US-Präsident Obama stellt sich nun auf die Seite derjenigen, die gleiches Recht für alle Daten fordern. Kritik kommt prompt.

US-Präsident Barack Obama hat mit einem Plädoyer für die Gleichbehandlung aller Daten im Internet den Befürwortern der sogenannten Netzneutralität massiv den Rücken gestärkt. In einem ungewöhnlichen Schritt rief Obama am Montag die eigentlich unabhängige Regulierungsbehörde FCC auf, die Einrichtung von kostenpflichtigen Überholspuren auf der Datenautobahn zu verbieten und Internet-Anbieter wie öffentliche Versorger einzustufen. Die Aktienkurse großer US-Kabelanbieter - die für viele Amerikaner den Internet-Zugang stellen - sackten nach Obamas Bemerkungen ab. Experten gehen davon aus, dass der Streit am Ende erst vor Gericht entschieden wird.

Contra Zwei-Klassen-Web Ein bisschen Netzneutralität geht nicht

In den USA muss Netflix Geld bezahlen, damit die Kabelfirmen die gigantischen Datenmengen vorrangig übertragen. In der Politik wird Ähnliches auch für Europa diskutiert. Eine schlechte Idee, glaubt Oliver Voß.

Internetseite von Youtube Quelle: dpa

"Kein Anbieter eines Dienstes sollte in einer 'Kriechspur' festsitzen, weil er keine Gebühren bezahlt", erklärte Obama in einer Text- und Videobotschaft. Damit würde das Prinzip der gleichen Bedingungen für alle untergraben, das die Grundlage für das Wachstum des Internets gewesen sei. Der Präsident hatte sich bereits im Wahlkampf 2008 auf die Seite von Verbraucherschützern gestellt, die einen Schutz der Netzneutralität verlangen. Kabel- und Handynetz-Anbieter warnten am Montag in ersten Reaktionen davor, Investitionen und Innovationen im Internet abzuwürgen. Time Warner -Titel fielen nach Obamas Aussage im Verlauf um 4,7 Prozent, Comcast -Papiere um etwa 4,5 Prozent und Cablevision -Aktien um 1,5 Prozent.

Anzeige

Pro Zwei-Klassen-Web Die Idee der Netzneutralität ist überholt

In den USA muss Netflix Geld bezahlen, damit die Kabelfirmen die gigantischen Datenmengen vorrangig übertragen. In der Politik wird Ähnliches auch für Europa diskutiert. Das wird auch Zeit, sagt WiWo-Autor Jürgen Berke.

huGO-BildID: 17626492 ARCHIV - ILLUSTRATION - Der Stecker eines Netzwerkkabels, aufgenommen am 02.03.2010 vor einem Server in Düsseldorf. Auf der Bloggertagung Re:publica (14. bis 16. April) in Berlin diskutierten am Donnerstag (15,04.2010) Experten, wie die Netzneutralität gewährleistet werden kann. Demnächst wird das Thema auch bei der Bundesregierung auf der Tagesordnung stehen. Foto: Martin Gerten dpa/lnw (zu dpa-Korr "Netzneutralität soll freie Fahrt im Cyberspace sichern" vom 15.04.) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Die FCC arbeitet zurzeit an neuen Vorschriften für die Netzanbieter in den USA. Nach der Veröffentlichung erster Vorschläge im Mai gingen bei der Behörde fast vier Millionen Kommentare von Bürgern ein. FCC-Chef Tom Wheeler - ein enger Freund Obamas - erklärte am Montag, er sei zwar auch gegen bezahlte Überholspuren im Internet. Allerdings sei die juristische Situation kompliziert. Die Telekom-Anbieter haben eine Klagewelle angedroht. "Wir müssen uns die Zeit nehmen, um es ein für alle mal richtig hinzubekommen", sagte Wheeler weiter.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%