Investitionsstandorte: Griechenland attraktiver als China

Investitionsstandorte: Griechenland attraktiver als China

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Chinas Wirtschaftsmetropolen, wie Shanghai, sind attraktiv für Investoren. Dies gilt aber nicht für das ganze China mit seinen zahlreichen landwirtschaftlich geprägten, niedrig entwickelten Regionen, besagt eine Studie der Unternehmensberatung BDO und dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut HWWI.

von Marcel Berndt

Der Wachstumsgigant China landet in einem Standort-Ranking nur auf Platz 94 – und damit hinter Griechenland. Die Autoren beklagen vor allem die rechtliche Lage. Deutschland kommt auf Rang 19.

Wer wachsen will, geht schon allein dem Namen nach in Wachstumsmärkte. Vor allem deutsche Unternehmen suchen ihr Glück im aufstrebenden China und seinen Nachbarstaaten. So machte DHL, die Pakettochter der Deutschen Post, 2012 fast 20 Prozent ihres weltweiten Umsatzes in Asien. Bis 2017 will DHL ein Drittel seiner Erlöse dort erwirtschaften. Ein anderes Beispiel ist der Düsseldorfer Chemieriese Henkel. Er will den Anteil seiner Mitarbeiter in Wachstumsmärkten, wie China, von aktuell 55 Prozent bis 2016 auf 60 Prozent steigern. Diese sollen dann die Hälfte des Konzernumsatzes einfahren, vergangenes Jahr waren es noch 43 Prozent.

Trotz der deutschen Investitionswut landet der Standort China in einem aktuellen Ranking der Unternehmensberatung BDO und des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) gerade mal im Mittelfeld. In ihrem „International Business Compass“ (IBC), einem Indexwert, der wirtschaftliche, politisch-rechtliche und soziokulturelle Rahmenbedingungen zusammenfasst, landet China auf Platz 94 von 174. Damit liegt die Wachstumsmacht sogar 37 Plätze hinter Griechenland, das Platz 57 belegt.

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Das größte Defizit hat China bei den politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen. Darin fassen die Autoren Faktoren wie Rechtsstaatlichkeit, Handelsfreiheit und Korruptionskontrolle zusammen. Betrachtet man nur diese Rahmenbedingungen, dann landet China sogar auf Platz 124. „Wirklich top ist China aber auch in den anderen Bereichen nicht“, sagt André Wolf vom HWWI, der die Studie gemeinsam mit Andreas Wenzel und Simon Piaszeck verfasst hat.  Bei den soziokulturellen Rahmenbedingungen, wie Bevölkerungswachstum, Bildung und Gesundheit, erreicht China Platz 89, bei den ökonomischen Rahmenbedingungen, wie Infrastruktur und dem Zufluss an Direktinvestitionen, kommt es auf Platz 66.

Im Fokus liegen die Metropolen

„Ja, es streben viele Unternehmen nach China, aber sie konzentrieren sich auf die Wachstumszentren, wie Shanghai und Peking“, sagt André Wolf. „Unsere Idee war es einen makroökonomischen Index zu entwerfen, der das ganze Land berücksichtigt.“ Und gerade China ist ein sehr großes Land, in dem noch nicht alle an dem Aufschwung beteiligt werden. „Die Zuflüsse der Direktinvestitionen pro Kopf sind sehr niedrig.“ Hinzu kommen zahlreiche landwirtschaftlich geprägte, niedrig entwickelte Regionen.

So gesehen gibt es viele Gründe, die tatsächlich eher für Griechenland als Investitionsstandort sprechen würden. „Allein bei der politisch-rechtlichen Lage steht Griechenland durchaus besser da“, sagt Wolf. Allerdings sollte man gerade die griechische Platzierung mit Vorsicht betrachten:  „Man darf nicht vergessen, dass die Zahlen von 2011 stammen. Die jüngsten Ereignisse wurden gar nicht berücksichtigt. Zwar gab es damals schon die hohen Staatsschulden, aber beispielsweise die Arbeitslosigkeit war damals noch nicht so hoch.“

Und schließlich können Griechenland und andere besser platzierte Nationen nicht das Wohlstandswachstum der Schwellenländer vorweisen. „Gerade Brasilien und China bergen allein schon aufgrund ihrer Größe ein hohes Kaufkraftpotenzial.“

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