Investment: Deutsche Unternehmen auf dem chinesischen Wunschzettel

Investment: Deutsche Unternehmen auf dem chinesischen Wunschzettel

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Solarproduktion in China - Innovative Technologien über Auslandsbeteiligungen ins Land geholt

Chinas Konzerne gehen in Deutschland auf Akquisition. Auf dem Wunschzettel: Unternehmen aus Automobilindustrie, Maschinenbau und Umwelttechnik.

Mit den Chinesen kommt der Erfolg, ist sich Dietmar Knünz gewiss. Läuft es nach Plan, dann wird seine Firma, Vensys Energy, in den kommenden Jahren den Umsatz mindestens verzehnfachen. „Vielleicht steigern wir unseren Erlös auch auf 100 oder 200 Millionen Euro, wir werden sehen“, sagt Knünz. In den vergangenen Jahren dümpelte der Umsatz bei fünf Millionen Euro, der Gewinn war karg, das Unternehmen rutschte zeitweise sogar in die roten Zahlen. Doch mit dem finanzkräftigen Investor aus China wird der Erfolg kommen, ist er sich sicher.

Vensys entwirft Prototypen für Windkraftanlagen, mit Lizenzgebühren kommen so jährlich die rund fünf Millionen Euro Umsatz zusammen. Einer der fünf Lizenznehmer ist der chinesische Windanlagenhersteller Goldwind aus der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang. Goldwind ist Marktführer in China und stellt in der Volksrepublik jährlich knapp 1000 neue Windräder auf. Im April 2008 kaufte Goldwind für rund 60 Millionen Euro einen 70-prozentigen Anteil an Vensys. „Dank des chinesischen Investments werden wir in Zukunft nicht nur entwickeln, sondern selber herstellen“, sagt Knünz. Statt bisher 40 Mitarbeitern werde man bald 100 Leute brauchen.

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Chinas Investoren gehen ganz gezielt im deutschen Mittelstand auf Einkaufstour. Der Grund: Die chinesische Zentralregierung forciert bestimmte Branchen, denen sie für den weiteren wirtschaftlichen Aufbau Chinas strategische Bedeutung beimisst. In welchem Land es sich lohnt, in welche Branche zu investieren, können chinesische Unternehmer in einem Katalog nachschlagen, den Peking alle ein bis zwei Jahre veröffentlicht. Im sogenannten Ratgeber für chinesische Übernahmen in Übersee werden Land für Land strategisch relevante Industrien und Rohstoffvorkommen aufgelistet.

Deutschland hat es mit seiner Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Umwelttechnik auf den Pekinger Einkaufszettel geschafft.

So war es kein Zufall, dass fast gleichzeitig mit Goldwind im April 2008 das chinesische Solarunternehmen Suntech aus Suzhou zuschlug und seinen schwäbischen Konkurrenten KSL Kuttler Automation Systems übernahm. Suntech ist der viertgrößte Solarzellenhersteller der Welt und Deutschland der größte Absatzmarkt. Dank staatlicher Subventionen hierzulande macht Suntech fast die Hälfte seines Umsatzes in Deutschland. Durch die Übernahme von Kuttler dürfte Suntech neben innovativer Technologie auch das Deutschlandgeschäft ausbauen können.

Im ersten Quartal 2008 haben Unternehmen aus dem Reich der Mitte bereits vier deutsche Mittelständler übernommen, so viel wie nie zuvor. „Chinas Interesse wächst“, sagt Jürgen Heilbock, Partner der Anwaltskanzlei Taylor Wessing. Heilbock berät chinesische Unternehmen in Deutschland und weiß:

„Viele Scouts aus China waren schon hier auf der Suche nach Übernahmezielen in der Automobilbranche.“

Mit seinen neuen Besitzern aus China versteht sich Vensys-Chef Knünz sehr gut: „Bisher läuft es prima, sie lassen uns machen und mischen sich nicht ein.“ Eine Erfahrung, die auch Anwalt Heilbock gemacht hat: „Die übernommenen Firmen werden an einer sehr langen Leine geführt.“ Außerdem seien viele der von Chinesen übernommenen Firmen profitabler geworden und hätten zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

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