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Iran: Halbherzige europäische Sanktionen

von Hans Jakob Ginsburg

Die USA drängen die Europäer zu verschärften Sanktionen gegen die radikalen Islamisten – aber das Geschäft geht vor.

Atomkraftwerk Buschehr Quelle: dpa
Was genau im iranischen Atomkraftwerk Buschehr vorgeht, weiß der Westen nicht. Laut der Internationalen Atomenergie-Agentur soll der Iran bald Atombomben bauen können. Nicht nur die angrenzenden Ölstaaten sind beunruhigt. Quelle: dpa

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Es wird gefährlich. Unter den Augen der Polizei haben aufgebrachte Demonstranten in der vergangenen Woche die iranische Botschaft Großbritanniens gestürmt. Es hätte auch die deutsche Botschaft treffen können. Damit spitzt sich der Konflikt zu, seit die Welt mehr tut, als nur darüber nachzudenken, wie sie der iranischen Drohpolitik begegnen soll. Sollte das Regime in Teheran wirklich in wenigen Monaten über Atombomben verfügen, wie es der neueste Bericht der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) nahelegt, sind auch die ölreichen Nachbarstaaten am Golf und die Versorgung der Welt mit Erdöl unmittelbar bedroht.

Horror-Szenarien

Durch die Straße von Hormus zwischen Persischem Golf und Indischem Ozean erreicht ein Viertel des weltweit verbrauchten Erdöls seine Märkte. Die 39 Kilometer breite Meerenge zwischen dem Iran und dem Sultanat Oman wäre durch Luftangriffe leicht unpassierbar zu machen. Nicht nur der Iran, auch Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait könnten dann ihr Erdöl nicht mehr transportieren. Da lässt sich leicht ein Horrorszenario malen, das auch Länder wie Deutschland trifft, die aus dem Iran kaum Erdöl beziehen. Denn der Ölpreis würde nach einer Blockade explodieren und die Wirtschaft weltweit schwer belasten.

Doch es muss nicht so kommen. Die islamistischen Herrscher in Teheran sind bei aller ideologischen Verblendung bislang außenpolitische Realisten. Die arabischen Ölmonarchien sind ohne Hilfe aus Washington militärisch schwach. Und mit dem im eigenen Land hoch umstrittenen Säbelrasseln will die israelische Regierung wahrscheinlich vor allem erreichen, dass der Westen seine Sanktionen gegen den Iran empfindlich verschärft.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.12.2011, 11:32 UhrAnonymer Benutzer: salzi41

    Finanzsanktionen gegen den Iran sind sicher sinnvoll. Wenn es aber soweit kommt, dass die Bundesbank in Zusammenarbeit mit dem BMWI die privaten Ersparnisse deutscher Kleinanleger und Rentner blockiert muss man sich fragen ob die Leute wirklich wissen was sie tun

  • 13.12.2011, 13:52 UhrAnonymer Benutzer: Paul

    Sanktionen ersetzen keine politischen und diplomatischen Aktivitäten. Es ist sinnlos, wenn iranische Studenten in Deutschland keine Konten mehr eröffnen können, wenn mittelständische Unternehmen keine Bank finden ihre genehmigten Exporte nach Iran abzuwickeln, das verändert die politischen Verhältnisse im Iran nicht. Wie in der früheren Ostpolitik bedarf es mutiger Initativen und koordinierte wirtschaftliche Kooperationen, um Probleme zu lösen.

  • 13.12.2011, 11:24 UhrAnonymer Benutzer: NWOrwell

    Radikale Islamisten... als ob man damit Probleme hätte. In Libyen und Ägypten sind auch Scharia-Machthaber and der Macht, dank NATO bomben...

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