Iran: Politische Niederlage für einflussreichen Klerus

Iran: Politische Niederlage für einflussreichen Klerus

, aktualisiert 08. November 2017, 16:32 Uhr
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Die Regierung um den iranischen Präsidenten erteilt dem Klerus eine politische Niederlage.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach Ansicht des Klerus darf ein Lokalpolitiker im Iran sein Amt nicht weiter ausführen, da er kein Muslim ist. Die Regierung sieht das anders hebt das Verbot auf. Der Mann gehört zudem einer viel älteren Religion an.

TeheranIm Iran hat der einflussreiche Klerus in einem religiösen Streit mit der Regierung von Präsident Hassan Ruhani eine empfindliche politische Niederlage hinnehmen müssen. Einem nicht-muslimischen Lokalpolitiker in Jasd im Zentraliran hatte der Klerus wegen seiner Religion die Arbeitserlaubnis entzogen. Nach heftigen Protesten wurde das Verbot aufgehoben „Sepanta Niknam darf bis auf weiteres in der Stadtverwaltung arbeiten“, zitierte die Nachrichtenagentur ISNA am Mittwoch Ruhanis Stabschef Mahmud Waesi.

Niknam ist Zoroaster und gehört somit zu den religiösen Minderheiten im Iran. Gegen seine Wiederwahl als Wirtschaftskommissar in der Stadtverwaltung in Jasd hatte dessen Widersacher, der Hardliner Ali Asghar Bagheri, protestiert – mit Erfolg. Der Wächterrat, ein von erzkonservativen Klerikern und Hardlinern dominiertes Gremium, annullierte Niknams Wiederwahl. Die Wahl eines Nicht-Muslims als Lokalpolitiker in einer Stadt, in der die Mehrheit der Menschen Muslime sind, sei nicht gestattet, so der Wächterrat.

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Führende Kleriker im Iran unterstützten die Entscheidung, die jedoch bei den Reformern um Präsident Ruhani sowie auch zahlreichen Bürgern zu heftigen Protesten gegen den Klerus führte. Laut Verfassung könnten Lokalpolitiker in Stadtverwaltungen Ämter ausüben, solange sie in ihrer eigenen Religion gläubig seien. Außerdem sei Niknam bereits vier Jahre im Amt gewesen.

Außerdem, so viele Perser in sozialen Netzwerken, gehöre Niknam als Zoroaster einer der ältesten monotheistischen Religionen im Iran an, deren Stifter Zarathustra ist. Daher sei es absurd, Zoroaster, deren Geschichte als Perser älter sei als die der Muslime, im Iran zu diskriminieren.

Quelle:  Handelsblatt Online
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