
WienDer Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ist am Montag in Wien zusammengekommen, um über den Atomstreit mit dem Iran und andere Fragen zu sprechen. Diplomaten sehen das islamische Land in Zugzwang. IAEA-Chef Yukiya Amano forderte den Iran in seiner Eröffnungsansprache auf, der Behörde bald Zugang zu der umstrittenen Militäranlage Parchin zu gewähren. Amano kündigte ein neues Treffen der IAEA mit iranischen Vertretern an diesem Freitag in Wien an.
Der IAEA-Chef war zuletzt im Mai selbst nach Teheran gereist und hatte sich mit dem iranischen Atom-Chefunterhändler Said Dschalili auf ein Übereinkommen verständigt, das die Bedingungen festlegen sollte, unter denen der Iran den IAEA-Kontrolleuren Zugang zu Anlagen, Dokumenten und Experten gewährt. „Ich lade den Iran ein, das Übereinkommen so bald wie möglich zu unterzeichnen und bald Zugang zu Parchin zuzulassen“, sagte Amano.
Diplomaten hatten im Vorfeld der Tagung kritisiert, dass der Iran seit dem Treffen mit Amano keine weiteren Maßnahmen umgesetzt habe. „Der Iran sollte nunmehr konkrete Schritte ergreifen, um einen Prozess der Vertrauensbildung einzuleiten“, sagte der deutsche Vertreter am Sitz der Vereinten Nationen in Wien, Rüdiger Lüdeking.
An welchem der fünf Konferenztage der Gouverneursrat, der hinter verschlossenen Türen tagt, das Thema Iran besprechen will, ist noch offen. Dem Gremium gehören 35 Vertreter der 154 Mitgliedstaaten an.
Die IAEA verlangt Zugang zur Militäranlage Parchin, wo es Vorarbeiten für Atomsprengkörper gegeben haben soll. Die Behörde verdächtigt Teheran, Belege dafür zu verwischen. Westliche Länder beschuldigen den Iran, an einem geheimen Atomwaffenprogramm zu arbeiten. Ajatollah Ali Chamenei, das geistliche Oberhaupt des Irans, wies derartige Verdächtigungen am Sonntag als „Lüge“ zurück.














