Irland: BP-Manager auf Werbetour für die EU

Irland: BP-Manager auf Werbetour für die EU

Bild vergrößern

Peter Sutherland: Der Aufsichtsratchef des Ölriesen BP will für eine Reform der EU auf Werbetour gehen

Peter Sutherland, Aufsichtsratschef des Ölriesen BP, will für eine Reform der EU auf Werbetour gehen.

Die Europäische Union liegt dem scheidenden Aufsichtsratschef des britischen Ölmultis BP am Herzen. War Peter Sutherland doch in den Achtzigerjahren selbst EU-Kommissar. Demnächst, sobald Sutherlands Nachfolge im BP-Aufsichtsrat geregelt ist, will er sich deshalb in seiner irischen Heimat in die Schlacht um den Lissabon-Vertrag einmischen, der die EU tief greifend reformieren soll.

Der 63-Jährige erwartet, dass die Regierung in Dublin für Oktober eine zweite Volksabstimmung über den Vertrag ansetzt und den Termin nach der Europawahl verkündet. Denn beim ersten Votum im Juni 2008 hatten 53,4 Prozent der Iren mit „Nein“ gestimmt und Europa in eine politische Krise gestürzt. „Ich werde mich persönlich in der Kampagne für die Ratifizierung des Vertrages engagieren und für ein Ja-Votum werben“, sagte Sutherland in London.

Anzeige

Wirtschaftskrise dreht Meinung vieler Iren pro Europa

Tatsächlich stehen die Chancen für ein „Ja“ gut: Die Wirtschaftskrise, die das Land hart trifft, hat die Meinung vieler Iren zur EU gedreht. Viele hoffen auf Hilfe aus Brüssel. Positiv ankommen dürfte auch die Tatsache, dass das Land nun weiterhin einen EU-Kommissar stellen darf. Eine Umfrage der Zeitung „Irish Times“ ergab, dass jetzt 52 Prozent der Befragten dem Vertrag zustimmen würden. Nur noch 29 Prozent wollten sicher „Nein“ sagen.

Froh dürfte Sutherland zudem das sinkende Ansehen der irischen Initiative Libertas stimmen. Sie hatte 2008 die Ablehnungskampagne gegen den EU-Vertrag angeführt. Ihr Chef Declan Ganley, der sich bei der Europawahl erstmals um ein Mandat bewirbt, kündigte für den Falle seiner Niederlage den Rückzug aus der Politik an. „Sollte ich keinen Sitz gewinnen, wäre es nicht richtig, die Kampagne gegen den Lissabon-Vertrag zu leiten“, sagt der Multimillionär.

In Deutschland gelang es dem Libertas-Ableger nicht, bei der Europawahl anzutreten. Die Partei hatte die Anmeldefrist verpasst. Stattdessen schloss Ganley eine Vereinbarung mit der 2008 gegründeten AUF-Partei (Arbeit, Umwelt und Familie), die hierzulande mit insgesamt zehn Kandidaten antritt. Bei einer AUF-Veranstaltung im Mai zeigte sich Ganley mit der geschassten ARD-Moderatorin Eva Herman. Zu den Unterstützern von Sutherlands Gegner gehört zudem neben dem früheren polnischen Präsidenten Lech Walesa auch der französische Rechtspolitiker Philippe de Villiers, der vor der „Islamisierung Frankreichs“ warnt. Umfragen aber deuten darauf hin, dass Libertas bestenfalls mit einigen wenigen Sitzen rechnen kann.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%