Irland: Higgins wird neuer Präsident

Irland: Higgins wird neuer Präsident

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Michael D. Higgins

Die Kandidaten waren schillernd und bewarfen sich während des Wahlkampfs mit reichlich Dreck. Von den Vorwürfen gegenüber Sean Gallagher profitierte Michael D. Higgins. Ihn wählten die Iren zum neuen Präsidenten.

Der Labour-Politiker Michael D. Higgins wird der neunte Präsident der Republik Irland. Higgins war in den 80ern und 90ern Bürgermeister in Galway, Abgeordneter in Dublin und Kulturminister. Nach Angaben der Wahlkommission in Dublin vom späten Freitagabend erhielt Higgins 39,6 Prozent der Stimmen. Damit lag er uneinholbar in Führung vor seinen Mitbewerbern Sean Gallagher und Martin McGuinness. Mit Higgins bekleidet nach über 20 Jahren wieder ein Mann das Präsidentenamt. Von 1990 bis 1997 hatte die linksliberale Mary Robinson das Amt inne. Sie wurde später UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Ihr folgte  die konservativ-liberale Mary McAleese nach, die allerdings nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte.

Glückwünsche der Kontrahenten

Der irische Präsident hat vor allem repräsentative Aufgaben. Er soll ähnlich wie der deutsche Bundespräsident eine moralische Instanz sein; außerdem ernennt er den Premierminister oder löst das Parlamentvor Neuwahlen auf. Anders als in Deutschland wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Higgins soll am 11. November für eine Amtszeit von sieben Jahren vereidigt werden.

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Der zweitplatzierte Gallagher (28,5 Prozent), Juror einer Fernsehcastingshow, gratulierte Higgins telefonisch. In einer später in Dublin verbreiteten Erklärung sagte er Higgins seine „volle Unterstützung“ zu, berichtete der BBC. „Er hat immer gesagt, dass er ein Präsident sein wolle, auf den man stolz sein könne, und ich glaube, dass er auch so ein Präsident wird.“ Der unabhängige Bewerber David Norris, einer der sechs Gegenkandidaten von Higgins, gratulierte dem 70 Jahre alten früheren Kulturminister schon am Nachmittag zum Sieg. Auch der irische Außenminister Eamon Gilmore und dessen Vorgänger Micheal Martin sprachen Higgins ihre Glückwünsche aus. „Er wird ein exzellenter Präsident und Botschafter für Irland sein“, sagte Martin.

Schlammschlach im Wahlkampf

Nicht ganz so harmonisch ging es während des Wahlkampfes zu: Sinn-Fein-Kandidat und Ex-IRA-Mitglied Martin McGuinness erhob Vorwürfe gegen den Fernsehjuror Sean Gallagher. Dieser sei in einen Spendenskandal um 5000 Euro verwickelt. Gallagher lag bis dahin in Umfragen vor Higgins. Der Bürgerrechtler David Norris galt ursprünglich als Favorit, stieg aber vorzeitig aus dem Wahlkampf aus. Es war bekannt geworden, dass er sich in den 90er Jahren für einen Mann eingesetzt habe, der wegen Missbrauchs eines Jugendlichen verurteilt worden war. Gegen den Wahlkampfmanager und Bruder der Kandidatin Dana Rosemary Scallon wurden während des Wahlkampf Missbrauchsvorwürfe laut. Scallon erhielt weniger als drei Prozent der Wählerstimmen.

Auch die Kandidatur von Martin McGuinness hatte wegen seiner Vergangenheit als IRA-Kommandeur für Unruhe gesorgt. McGuinness erreichte dennoch 13,7 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 56 Prozent und damit deutlich unter der bei den Parlamentswahlen im März, als 70 Prozent der Iren abgestimmt hatten.

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